ESA plant europäische Raumstation und bemannte Raumfahrt

Die Europäische Weltraumorganisation ESA verfolgt Pläne für eine eigenständige europäische Raumstation und bemannte Raumfahrtkapazitäten. Dies geht aus einer kürzlich von den ESA-Mitgliedsstaaten unterstützten Initiative hervor, die Europas Position in der Erforschung des erdnahen Orbits, des Mondes und des Mars stärken soll.

Europäische Trägerraketen und bemannte Raumfahrt

Parallel dazu entwickelt Europa eine neue Generation von Trägerraketen. Das Programm „European Launcher Challenge“ verzeichnete mit dem erfolgreichen zweiten Flug der Spectrum-Rakete von Isar Aerospace am 5. September einen ersten Erfolg. Die neuen Raketen ergänzen die aktuellen europäischen Systeme Ariane 6 und Vega C, deren Startfrequenz bis 2030 erhöht werden soll.

ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher betonte die Notwendigkeit europäischer Autonomie im Weltraumzugang. Die Entwicklung eines europäischen bemannten Transportsystems würde etwa 10 Milliarden Euro kosten und rund ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen. Privatunternehmen wie The Exploration Company und PLD Space arbeiten bereits an eigenen Kapselkonzepten.

Die ESA hat mit The Exploration Company einen Vertrag über 760 Millionen Euro für das ALADDIN-Programm geschlossen. Dies beinhaltet eine Demonstrationsmission des Nyx-Frachters zur ISS sowie zwei weitere Versorgungsflüge. Der erste Testflug ist für 2028 geplant und soll mit einer Ariane 64 durchgeführt werden.

Pläne für eine europäische Raumstation

Angesichts der geplanten Außerdienststellung der ISS ab 2030 untersucht die ESA Optionen für eine europäisch geführte Raumstation. Zusätzlich wurden Partnerschaften mit den US-Unternehmen Axiom Space und Starlab Space vereinbart, um europäischen Zugang zu künftigen kommerziellen Stationen zu sichern.

Die ESA kooperiert bereits mit dem kalifornischen Unternehmen Vast, das 2025 die Prototyp-Station Haven-1 starten will. An der ersten bemannten Mission wird der ESA-Astronaut Arnaud Prost teilnehmen. Zudem plant Vast einen privaten Astronautenflug zur ISS mit drei ESA-Astronauten.

Derzeit führt die ESA zwei Machbarkeitsstudien für eine europäische Raumstation durch. Diese Option wird parallel zu den kommerziellen Partnerschaften untersucht, um Europas langfristige Präsenz im erdnahen Orbit zu sichern.

  • Quelle: ESA-Initiativen zur Raumfahrtstrategie
  • Quelle: European Launcher Challenge-Programm
  • Quelle: Verträge mit The Exploration Company
  • Quelle: Partnerschaften mit Axiom Space und Starlab Space
  • Quelle: Kooperation mit Vast