Älteste bekannte Gesteine der Erde in Nord-Québec entdeckt

Ein abgelegenes Felsband an der Hudson Bay in Nord-Québec enthält die ältesten bisher identifizierten Gesteine der Erde. Neue Isotopenanalysen datieren die Gesteine des Nuvvuagittuq-Grünsteingürtels auf mindestens 4,16 Milliarden Jahre. Damit stammen sie aus dem Hadaikum, der ersten Phase der Erdgeschichte.

Einzigartiges Fenster in die Frühzeit der Erde

Der Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel besteht hauptsächlich aus metamorphen Vulkaniten mit hohen Anteilen an Magnesium und Eisen. Eine 2025 in Science veröffentlichte Studie untersuchte magmatische Gänge innerhalb des Gürtels. Diese schneiden durch ältere vulkanische Einheiten, was bedeutet, dass die umgebenden Gesteine bereits existierten, als die Magmen eindrangen. Die Datierung der Gänge auf 4,16 Milliarden Jahre stellt somit ein Mindestalter für die umliegenden Gesteine dar.

Die Studie liefert die bisher stärksten Hinweise auf hadaische Gesteine in dieser Region. Allerdings handelt es sich um eine Einzelstudie, die noch durch weitere radiometrische Methoden bestätigt werden muss. Einige Geochemiker äußern sich vorsichtig bezüglich der Unsicherheiten der Datierung.

Unterschied zu älteren Mineralen

Zirkonkristalle aus den Jack Hills in Westaustralien wurden auf bis zu 4,404 Milliarden Jahre datiert und sind somit älter als die Gesteine aus Québec. Allerdings handelt es sich dabei um einzelne Mineralkörner, die aus zerstörten Ursprungsgesteinen stammen und später in jüngere Sedimentgesteine eingebettet wurden.

Der Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel bietet dagegen ein zusammenhängendes Gesteinspaket, das geologische Abfolgen und relative Altersbeziehungen untersuchen lässt. Zuvor galt der etwa 4,03 Milliarden Jahre alte Acasta-Gneis in den Nordwest-Territorien Kanadas als ältestes unumstrittenes Gestein.

Die Datierung der Gesteine in Québec ist technisch anspruchsvoll, da die magnesium- und eisenreichen Vulkanite kaum Zirkone enthalten, die für konventionelle Uran-Blei-Datierungen genutzt werden. Stattdessen kamen Ganzgesteins-Isotopenmethoden zum Einsatz, die auf den Elementverhältnissen von Samarium und Neodym basieren.

  • Quelle: Science-Studie von 2025 zur Datierung des Nuvvuagittuq-Grünsteingürtels
  • Quelle: SpaceDaily-Bericht von 2008 über frühere Datierungsversuche
  • Quelle: Geochronologie-Studie von 2012 mit kombinierten Isotopensystemen