Mineraluhren datieren ältesten bekannten Asteroideneinschlag der Erde

Im Pilbara-Gebiet Westaustraliens liegen einige der ältesten Gesteine der Erde. Die rund 3,5 Milliarden Jahre alten vulkanischen Gesteine enthalten Hinweise auf einen Meteoriteneinschlag. Ein Forschungsteam der Curtin University hat nun das genaue Alter dieses Ereignisses bestimmt.

Spuren eines urzeitlichen Einschlags

Die dunklen, verwitterten Gesteine zeigen charakteristische Strukturen wie Schockkegel – fächerförmige Linien, die durch die Druckwelle eines Meteoriteneinschlags entstanden. Diese Strukturen wurden erstmals 2025 am North Pole Dome nachgewiesen, einer geologischen Formation, die ironischerweise nach dem Nordpol benannt ist.

Die genaue Datierung des Einschlags erwies sich jedoch als schwierig. Frühere Schätzungen gingen von einem extrem alten Ereignis aus, während eine spätere Harvard-Studie einen Zeitraum zwischen 2,7 und 0,4 Milliarden Jahren vorschlug.

Zirkon und Apatit als geologische Uhren

Das Team um Chris Kirkland nutzte zwei mineralogische Methoden zur präzisen Altersbestimmung:

1. Zirkonkristalle: Diese enthalten Uran, das mit bekannter Geschwindigkeit zu Blei zerfällt. Besonders aufschlussreich waren skelettartig geformte Zirkone, die unter extremen Bedingungen entstanden – ähnlich wie in Mondgestein nach Meteoriteneinschlägen.

2. Apatit: Dieses Phosphatmineral bildet sich, wenn heiße Flüssigkeiten durch gebrochenes Gestein zirkulieren, wie es nach einem Einschlag typisch ist.

Beide Methoden ergaben konsistent ein Alter von 3,024 Milliarden Jahren. Damit handelt es sich um den ältesten nachgewiesenen Einschlagkrater der Erde und den einzigen bekannten aus dem Archaikum.

Spätere geologische Prozesse sind durch Muskovit in Gesteinsadern dokumentiert, die ein Alter von etwa 1,66 Milliarden Jahren zeigen. Diese sind jedoch deutlich jünger als der Einschlag selbst.

Die Studie unterstreicht die Seltenheit solch alter Einschlagsstrukturen. Durch Erosion, Plattentektonik und andere geologische Prozesse sind die meisten Spuren früher Meteoriteneinschläge auf der Erde verloren gegangen.

  • Quelle: Kirkland, C. (2025). Geology-Studie zur Altersbestimmung des North Pole Dome-Einschlags
  • Originalartikel: The Conversation (Creative Commons Lizenz)