Bild: NASA
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Rocket Lab und MIT planen kostengünstige Venus-Mission

Ein privat finanziertes Projekt von Rocket Lab und dem MIT soll in den Wolken der Venus nach organischen Molekülen suchen. Die Mission mit dem Namen „Venus Life Finder“ ist auf minimalistische Technik und kurze Messzeiten ausgelegt, um Kosten unter 10 Millionen US-Dollar zu halten.

Kurze Messphase in lebensfreundlicher Zone

Die Sonde wird etwa fünf Minuten lang Daten in der mittleren Wolkenschicht der Venus sammeln, wo Temperaturen und Druckverhältnisse weniger extrem sind als an der Oberfläche. In dieser Höhe zwischen 60 und 48 Kilometern herrschen etwa 30-60°C bei einem Druck von 0,5-2 Bar. Die kugelförmige Eintrittskapsel mit 40 cm Durchmesser und 17 kg Masse trägt ein einziges Instrument – einen Autofluoreszenz-Nephelometer (AFN).

Nach dem Eintritt in die Atmosphäre wird die Sonde innerhalb von 330 Sekunden durch die Zielzone fallen. Anschließend sinkt sie weiter in tiefere Schichten, bis Hitze und Druck die Elektronik zerstören. Die Übertragung von Daten soll bis etwa 20 Minuten nach Eintritt möglich sein.

Technische Herausforderungen und Testläufe

Der AFN-Instrument sendet polarisiertes Laserlicht mit 440 nm Wellenlänge durch ein Quarzglasfenster. Er misst Streulichtmuster zur Bestimmung von Partikeleigenschaften und sucht nach Fluoreszenzsignalen zwischen 470-520 nm, die auf organische Moleküle hinweisen könnten. Die Interpretation der Daten ist komplex – verschiedene Partikeleigenschaften können ähnliche optische Signaturen erzeugen.

Ein HEEET-Hitzeschild der NASA soll die Kapsel während des atmosphärischen Eintritts schützen, wo Temperaturen bis 2.500°C erreicht werden. Testflüge des Instruments in vulkanischen Wolken über Hawaii haben bereits stattgefunden, um die Messtechnik unter realen Bedingungen zu validieren.

Der ursprünglich für 2023 geplante Starttermin wurde mehrfach verschoben. Rocket Labs aktuelle Missionsliste gibt kein konkretes Datum an, sondern verzeichnet den Venus Life Finder mit „TBC“ (to be confirmed) für 2026. Als Trägerrakete ist eine Electron mit Photon-Oberstufe vorgesehen.

  • Quelle: Projektbeschreibung Venus Life Finder Mission
  • Quelle: NASA HEEET Heat Shield Technologie
  • Quelle: Rocket Lab Launch Manifest