Die französische Raumfahrtagentur CNES hat eine Ausschreibung für die Entwicklung und Qualifizierung eines kompakten optischen Teleskops veröffentlicht. Das System soll für den Einsatz in Satellitenkonstellationen geeignet sein und in Stückzahlen von über 1.000 Einheiten produziert werden können.
Technische Anforderungen und Zeitplan
Laut der am 18. August veröffentlichten Anfrage (RFI) basiert das Projekt auf einem bereits fortgeschrittenen optischen Design von CNES. Die Teleskope dürfen maximal 200 x 200 x 100 Millimeter groß sein. Als Herstellungsverfahren ist Diamantbearbeitung vorgesehen, als Material aluminiumbasiert mit reflektierender Beschichtung. Die Konstruktion sieht mehrere Spiegel auf einem Substrat vor und soll montagefreundlich ohne Justagebedarf sein.
Ein industrieller Partner soll das Design finalisieren und die Leistung unter thermischen und mechanischen Belastungen testen. Demonstrationsaktivitäten sind für Ende 2026 geplant, die Qualifizierung soll 2027 oder 2028 abgeschlossen werden.
Mögliche Anwendungsbereiche
CNES nennt als mögliche Einsatzgebiete Detektion, Überwachung und Identifikation, ohne konkrete Missionen zu benennen. Die Terminologie deutet auf potenzielle duale Nutzung hin, sowohl für zivile Erdbeobachtung als auch für Verteidigungszwecke. Die Entwicklung passt zur CNES-Strategie, kostengünstige optische Systeme für häufige Überflugmissionen zu schaffen. In der Technologie-Roadmap 2024 wurde die Entwicklung kompakter Teleskope für NewSpace-Missionen als Priorität festgelegt.
- Quelle: European Spaceflight