Eine neue Studie zeigt, dass Mikroorganismen von der Erde unter bestimmten Bedingungen auf der Mondoberfläche existieren könnten. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Mikroben in einen Zustand der Kryptobiose verfallen würden – eine Art Überdauerungsphase ohne Wachstum oder Bewegung.
Überlebensbedingungen an den Mondpolen
Frühere Untersuchungen gingen davon aus, dass die extremen Bedingungen auf dem Mond – insbesondere die intensive UV-Strahlung und hohe Temperaturen – mikrobielles Leben unmöglich machen. Die aktuelle Studie berücksichtigt jedoch erstmals mögliche Schutzräume in der lunaren Topografie.
An den Mondpolen existieren permanent beschattete Regionen, in denen Temperaturen und Strahlungswerte deutlich niedriger sind. Die Wissenschaftler analysierten fünf Mikroorganismen-Arten, die auf bemannten Raumfahrtmissionen häufig vorkommen und als besonders widerstandsfähig gelten. Die Daten zeigen, dass diese Mikroben in polaren Mondregionen überdauern könnten.
Konsequenzen für zukünftige Mondmissionen
Die NASA-Mission Artemis III plant die erste bemannte Erkundung des lunaren Südpols. Die Studie weist darauf hin, dass selbst minimale Schutzräume wie Fußabdrücke oder Rover-Spuren Mikroorganismen ein Überleben ermöglichen könnten. Dies stellt neue Anforderungen an die Sterilitätsprotokolle für Raumfahrtmissionen.
Ein weiteres Forschungsergebnis betrifft die Möglichkeit, dass Meteoriteneinschläge auf der Erde mikrobenhaltiges Gestein auf den Mond transportiert haben könnten. Die polaren Regionen des Mondes könnten somit als natürliches Archiv für irdisches Leben dienen.
Die Studie wurde am 19. August in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht. Weitere Experimente sollen klären, wie unterschiedliche Mikrobenarten unter lunaren Bedingungen überleben können.
- Quelle: Space.com