Die US-Regierung hat eine neue Raumfahrtverkehrspolitik veröffentlicht, die auf eine deutliche Steigerung der Start- und Wiedereintrittskapazitäten abzielt. Die aktualisierte Richtlinie ersetzt die bisherige Version aus dem Jahr 2013.
Ziele und Infrastrukturausbau
Das National Space Transportation Policy sieht vor, bis 2030 mindestens 1.000 Starts und Wiedereintritte pro Jahr von US-Startanlagen aus zu ermöglichen. Zum Vergleich: 2025 fanden weniger als 200 Starts durch US-Raketen statt. Der Fokus liegt dabei auf dem Ausbau der Infrastruktur, nicht auf den Trägersystemen selbst.
Das US-Verteidigungsministerium und die NASA sind aufgefordert, Möglichkeiten zur Verbesserung der Start- und Wiedereintrittsinfrastruktur zu prüfen. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen beim Ausbau der Anlagen. Zusätzlich sollen neue Startstandorte identifiziert werden, wobei offen bleibt, ob es sich um staatliche oder private Einrichtungen handeln wird.
Regulatorische Maßnahmen und internationale Aspekte
Innerhalb der nächsten 180 Tage sollen Kriterien für die Nutzung staatlicher Startanlagen entwickelt werden, um deren Kapazitäten optimal auszulasten. Dazu gehört auch eine bessere Integration in das nationale Luftraumsystem und die Ausweisung prioritärer Luftkorridore für Starts.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Schaffung zusätzlicher Wiedereintrittszonen. Das Innenministerium hat 90 Tage Zeit, geeignete Bundesgebiete dafür zu bestimmen. Bisherige Probleme mit Wiedereintrittsstandorten hatten einige Unternehmen bereits veranlasst, auf ausländische Alternativen auszuweichen.
Die neue Politik bekräftigt die Vorgabe, dass US-Behörden grundsätzlich amerikanische Trägersysteme nutzen müssen. Ausnahmen gelten nur für internationale Kooperationen ohne finanzielle Gegenleistung. Gleichzeitig wird die verstärkte Nutzung kommerzieller Startdienste durch die Regierung gefordert.
Langfristig sieht die Richtlinie den Ausbau kommerzieller Raumfahrtaktivitäten über den erdnahen Orbit hinaus vor, einschließlich Logistikkonzepten für den Mond und perspektivisch auch für bemannte Marsmissionen. Das Verteidigungsministerium soll zudem orbitale Dienstleistungen wie Satellitenwartung in seine Planungen einbeziehen.
Die neuen Maßnahmen bauen auf früheren Initiativen der Regierung auf, darunter eine Executive Order von 2023 zur Steigerung der Startfrequenz. Als Reaktion darauf hat die Luftfahrtbehörde FAA bereits Vorschläge zur Vereinfachung von Umweltvorschriften für Starts vorgelegt.
- Quelle: https://spacenews.com/new-space-transportation-policy-focuses-on-increased-launch-rates/