In den 1970er Jahren initiierte die CIA ein geheimes Forschungsprogramm zur Erforschung psychischer Fähigkeiten. Unter dem Codenamen STARGATE wurden über zwei Jahrzehnte hinweg rund 20 Millionen US-Dollar investiert, um die Möglichkeit von Fernwahrnehmung zu testen.
Die Anfänge des Projekts
Auslöser für das Programm waren Berichte über sowjetische Forschungen im Bereich der Parapsychologie. US-Geheimdienste schätzten die sowjetischen Ausgaben für sogenannte „psychotronische“ Forschung auf bis zu 60 Millionen Rubel jährlich. Ohne konkrete Beweise für sowjetische Erfolge auf diesem Gebiet startete die CIA 1972 eigene Untersuchungen am Stanford Research Institute unter der Leitung der Physiker Russell Targ und Harold Puthoff.
Das Projekt durchlief mehrere Phasen und wechselnde Bezeichnungen wie SCANATE, GONDOLA WISH und SUN STREAK, bevor es als STARGATE bekannt wurde. Etwa 40 Personen waren beteiligt, darunter 23 sogenannte „Viewer“, die Fernwahrnehmungsexperimente durchführten.
Bemerkenswerte Ergebnisse und wissenschaftliche Kontroversen
Ein bekanntes Beispiel ist die Fernwahrnehmung einer sowjetischen Anlage in Kasachstan durch Pat Price im Juli 1974. Price beschrieb präzise Details einer Krananlage, die später durch Satellitenaufnahmen bestätigt wurden. Allerdings enthielt seine Beschreibung auch zahlreiche Fehlinformationen, die nicht mit der Realität übereinstimmten.
1974 veröffentlichten Targ und Puthoff ihre Ergebnisse im Fachjournal Nature, was zu heftigen wissenschaftlichen Debatten führte. Kritiker wie die Psychologen David Marks und Richard Kammann wiesen auf methodische Mängel hin und zeigten, dass scheinbare Treffer auch durch unbewusste Hinweise in den Protokollen erklärt werden konnten.
1995 kam eine unabhängige Überprüfung durch die American Institutes for Research zu gemischten Ergebnissen. Während die Statistikerin Jessica Utts signifikante Effekte feststellte, bewertete der Psychologe Ray Hyman die Methodik als unzureichend. Die CIA beendete das Programm schließlich mit dem Fazit, dass Fernwahrnehmung nie erfolgreich für konkrete Geheimdienstoperationen genutzt werden konnte.
2017 wurden umfangreiche Dokumente zu STARGATE freigegeben, die seitdem intensiv diskutiert werden. Die Debatte über die Validität der Ergebnisse hält bis heute an, wobei sowohl Befürworter als auch Skeptiker ihre Positionen mit ausgewählten Daten untermauern.
- Declassified CIA-Dokumente zum URDF-3-Experiment
- Nature-Publikationen von Targ/Puthoff (1974) und Marks/Kammann (1978)
- American Institutes for Research Evaluation (1995)
- History.com Dokumentation zu STARGATE (2017)