NASA und Katalyst Space brechen Swift-Reboot-Mission ab

Die geplante Orbit-Anhebung des NASA-Gammastrahlenobservatoriums Swift durch das Serviceroboter-Raumschiff Link von Katalyst Space wird nicht durchgeführt. Grund sind Probleme mit der Lageregelung des Link-Satelliten.

Technische Probleme verhindern Rettungsmission

Katalyst Space hatte den Link-Satelliten am 3. Juli 2023 mit einer Pegasus-XL-Rakete gestartet. Ursprünglich sollte das Raumfahrzeug Swift erfassen und in eine höhere Umlaufbahn bringen. Bereits Ende Juli traten jedoch schwerwiegende technische Probleme auf: Der Satellit geriet in eine unkontrollierte Rotation, nachdem zwei von drei Schwungrädern ausgefallen waren. Die Lageregelungstriebwerke arbeiteten nur eingeschränkt.

Die Ingenieure konnten die Drehung von anfangs 9 Grad pro Sekunde auf 1,47 Grad pro Sekunde verlangsamen. Eine Software-Aktualisierung wurde installiert, um die Mission fortzusetzen. Dennoch entschieden NASA und Katalyst Space am 20. August, den eigentlichen Rettungseinsatz abzubrechen.

Swift wird 2023 in der Atmosphäre verglühen

Das 2004 gestartete Swift-Observatorium befindet sich derzeit in einer Umlaufbahn zwischen 343 und 347 Kilometern Höhe. Aufgrund des erhöhten atmosphärischen Widerstands durch starke Sonnenaktivität wird der Satellit voraussichtlich noch in diesem Jahr in der Erdatmosphäre verglühen. Die NASA hatte die wissenschaftlichen Operationen bereits früher in diesem Jahr eingestellt, um den Abstieg zu verlangsamen.

Die US-Raumfahrtbehörde betonte, dass die Mission trotz des Abbruchs wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Satelliten-Wartungsmissionen gebracht habe. Katalyst Space will die gewonnenen Daten für künftige Rendezvous-Operationen nutzen. Das Unternehmen erhielt am 13. August einen Studienauftrag des Space Development Agency und Defense Innovation Unit für Deorbiting-Dienste.