Bild: KI-generiert
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SEALAB: Das gescheiterte US-Navy-Projekt zur Besiedlung des Meeresbodens

In den 1960er Jahren startete die US Navy das ambitionierte SEALAB-Programm, um die Möglichkeiten menschlicher Habitate am Meeresgrund zu erforschen. Unter der Leitung von Navy-Arzt George Bond sollten Aquanauten wochenlang in Unterwasserstationen leben.

Die ersten SEALAB-Missionen

1964 wurde SEALAB I vor Bermuda in 58 Metern Tiefe platziert. Vier Taucher lebten dort zehn Tage lang, bevor ein Hurrikan die Mission abbrechen musste. Laut dem National Museum of the US Navy erledigten sie in dieser Zeit Aufgaben, die mit konventionellen Tauchmethoden ein Jahr gedauert hätten.

SEALAB II folgte 1965 vor der Küste Kaliforniens in 62 Metern Tiefe. Drei Teams mit je zehn Tauchern testeten 15 Tage lang Werkzeuge, hoben ein gesunkenes Kampfflugzeug und arbeiteten mit einem trainierten Delfin namens Tuffy. Der Astronaut Scott Carpenter verbrachte sogar 30 Tage in der Station.

Das tragische Ende von SEALAB III

1969 sollte SEALAB III in 186 Metern Tiefe vor San Clemente Island eingesetzt werden. Bereits bei der Installation traten Heliumlecks auf. Bei Reparaturarbeiten erlitt der 33-jährige Berry Cannon Krämpfe und starb an Kohlenstoffdioxid-Vergiftung, obwohl diese Todesursache später angezweifelt wurde.

Der Unfall markierte das abrupte Ende des gesamten SEALAB-Programms. Die Navy stellte ihre Saturation-Diving-Experimente 1970 ein. Die Technologie fand jedoch in der kommerziellen Offshore-Industrie Anwendung, wo Taucher in Druckkammern an Bord von Schiffen leben und mit Tauchglocken zur Arbeit fahren.

Das Erbe von SEALAB

Heute existiert nur noch eine Unterwasserforschungsstation: Die Aquarius Reef Base vor Florida in 18 Metern Tiefe, die auch von der NASA für Weltraumtraining genutzt wird. Teile der SEALAB-Habitate sind in Museen ausgestellt, darunter ein Stahlsegment im US Naval Undersea Museum in Washington.

Die ursprüngliche Vision von dauerhaften Unterwasserkolonien wurde nie verwirklicht. Moderne Tauchroboter haben die gefährlichsten Tiefenarbeiten übernommen, während kommerzielle Saturation-Diving-Systeme die praktischeren Aspekte von Bonds Forschung weiterführen.

  • Quelle: Space Daily – https://spacedaily.com/d-the-us-navy-once-sent-aquanauts-to-live-on-the-ocean-floor-for-weeks-hoping-sealab-would-prove-humans-could-colonise-the-deep-instead-one-diver-died-the-program-collapsed-and-the-underwater-futur/
  • US Naval Undersea Museum
  • National Museum of the US Navy