Pentagon startet digitalen Hub für Golden Dome-Missile-Defense-Programm

Das Pentagon hat einen digitalen Hub eingerichtet, der Unternehmen, Startups, Investoren und Universitäten einen direkteren Zugang zum Golden Dome-Missile-Defense-Programm ermöglichen soll. Das Programm zählt zu den am strengsten gehüteten Verteidigungsinitiativen der US-Regierung. Der sogenannte „Golden Dome for America Ecosystem Hub“ wurde am 11. August auf dem Space & Missile Defense Symposium vorgestellt.

Ziel: Einbindung kommerzieller Technologien

Der Hub soll Unternehmen eine Plattform bieten, um Konzepte einzureichen und Zugang zu nicht klassifizierten Informationen über die technologischen Anforderungen des Programms zu erhalten. General Michael Guetlein, Leiter des Golden Dome-Programms, betonte, dass bereits über 500 Unternehmen individuell konsultiert wurden, um potenzielle Technologiebeiträge zu diskutieren. Golden Dome sieht ein mehrschichtiges Netzwerk aus Sensoren, Kommando- und Kontrollsystemen sowie Abfangraketen vor, das die USA vor ballistischen, Marschflugkörpern und Hyperschallraketen schützen soll.

Ein zentrales Problem besteht darin, dass viele technische Diskussionen auf hoher Geheimhaltungsstufe geführt werden, was es insbesondere Startups erschwert, die Investitionsziele der Regierung zu verstehen. Der neue Hub bietet zwar keine Lösung für diese Klassifizierungsbarrieren, stellt jedoch einen nicht klassifizierten Ausgangspunkt dar, über den Unternehmen Ideen einreichen können, bevor formale Ausschreibungen veröffentlicht werden.

Technische Herausforderungen und Sicherheitsmaßnahmen

Ein zentrales technisches Problem des Golden Dome-Programms ist die Datenintegration. Die geplante Architektur basiert darauf, Informationen aus militärischen, kommerziellen und staatlichen Sensoren in ein gemeinsames Lagebild zu integrieren, das Bedrohungen schnell identifizieren und Abfangmaßnahmen koordinieren kann. Der Hub bietet eine gemeinsame Datenumgebung für Regierung, zugelassene Auftragnehmer und akademische Einrichtungen. Diese Umgebung umfasst eine Daten-Sandbox für Analysen und eine separate KI-Sandbox für Unternehmen, die KI-Anwendungen entwickeln.

Zur Sicherung sensibler Informationen wurde ein Sicherheitsteam eingerichtet, das Unternehmen dabei unterstützt, ihre geistigen Eigentumsrechte und IT-Systeme zu schützen. General Guetlein erklärte, dass das Programm einen Screening-Prozess für potenzielle Teilnehmer etabliert hat und Unternehmen dabei hilft, sich gegen Bedrohungen zu wappnen.

Das Pentagon hofft, dass Entwickler Software und Analysewerkzeuge auf Basis einer gemeinsamen Datenarchitektur erstellen können, anstatt isolierte Systeme zu nutzen. Der Hub soll zudem breitere Teilnahme und Wettbewerb fördern. Ein ähnliches Beschaffungsmodell wird bereits für das raumgestützte Abfangraketenprogramm von Golden Dome genutzt, bei dem Unternehmen eigene Investitionen in frühen Entwicklungsphasen tätigen müssen, um später für größere staatliche Förderungen in Frage zu kommen.

Mehrere Hauptauftragnehmer haben bereits Teams gebildet, die etablierte Verteidigungsunternehmen mit kommerziellen Raumfahrtfirmen zusammenbringen. Beispielsweise arbeitet Northrop Grumman mit dem Satellitenhersteller Apex zusammen, während Raytheon eine Partnerschaft mit Rocket Lab eingegangen ist. Solche Kooperationen sind laut Guetlein notwendig, um große Mengen an Systemen zu Kosten zu produzieren, die die Regierung langfristig tragen kann.

Zudem hat das Programm zwei Unternehmen beauftragt, Risikoanalysen der Lieferkette durchzuführen. Ein Unternehmen untersucht Lieferantennetzwerke bis in tiefe Ebenen, um Engpässe und Schwachstellen zu identifizieren, während das andere alternative Lieferquellen sucht, um die Resilienz zu verbessern.