NASA-Astronaut Mike Fincke beendet 30-jährige Karriere

Der NASA-Astronaut Mike Fincke verlässt die US-Raumfahrtbehörde nach drei Jahrzehnten im Dienst. Seine Karriere umfasste vier Raumflüge, 549 Tage im All und neun Außenbordeinsätze an der Internationalen Raumstation (ISS).

Langjährige Erfahrung in der bemannten Raumfahrt

Fincke startete 1996 mit der 16. Astronautenklasse der NASA. Sein erster Raumflug erfolgte 2004 mit der Sojus TMA-4 zur ISS, wo er als Bordingenieur und Wissenschaftsoffizier für Expedition 9 arbeitete. Dabei führte er vier Weltraumspaziergänge durch.

2008 kehrte er als Kommandant von Expedition 18 zur Station zurück und bereitete den Übergang zu sechsköpfigen Besatzungen vor. 2011 flog er mit der Raumfähre Endeavour (STS-134) und beteiligte sich an der Installation des Alpha-Magnet-Spektrometers. Zuletzt pilotierte er 2025 die SpaceX Crew-11-Mission und diente als Kommandant von Expedition 74.

Mit 549 Tagen im All belegt Fincke Platz vier der NASA-Astronautenliste für die längste kumulierte Aufenthaltsdauer im Weltraum. Seine neun Außenbordeinsätze summieren sich auf 48 Stunden und 37 Minuten.

Vielseitige Beiträge zur Raumfahrt

Neben seinen Raumflügen war Fincke maßgeblich an der Entwicklung neuer Raumschiffe beteiligt. Als Leiter des Commercial Crew-Bereichs im Astronautenbüro wirkte er an der Entwicklung kommerzieller Crew-Systeme mit. Fünf Jahre lang unterstützte er Boeings Crew Flight Test-Programm als Ersatzpilot.

Am Boden arbeitete Fincke als Capcom in Russland und leitete das Crew-Verfahrensteam. Seine Expertise reichte von der Integration früher ISS-Module bis zur Unterstützung des Artemis-Mondprogramms. NASA-Administrator Jared Isaacman würdigte Finckes Rolle bei der Vorbereitung der nächsten Astronautengeneration.

Fincke studierte Luft- und Raumfahrttechnik am MIT sowie an der Stanford University. Als Colonel der US Air Force sammelte er über 2.000 Flugstunden in mehr als 30 Flugzeugtypen. Nach seinem NASA-Austritt will er weiter zur Raumfahrt beitragen und junge Ingenieure ausbilden.

  • Quelle: NASA-Pressemitteilung zum Karriereende von Mike Fincke
  • Quelle: NASA-Biografie von Michael Fincke