Im Jahr 1958, ein Jahr nach dem Start des sowjetischen Satelliten Sputnik, initiierte die US Air Force ein geheimes Forschungsprojekt mit dem Codenamen A119. Ziel war die Untersuchung, ob eine nukleare Explosion auf der Mondoberfläche durchführbar wäre. Der physikalische Blitz sollte von der Erde aus sichtbar sein – als Machtdemonstration gegenüber der Sowjetunion.
Wissenschaftliche Bedenken gegen das Mond-Atomprojekt
Unter der Leitung des Physikers Leonard Reiffel arbeitete ein zehnköpfiges Team an der Studie, darunter der spätere Astronom Carl Sagan. Die Luftwaffe zeigte laut Reiffel primär Interesse an der Sichtbarkeit der Explosion von der Erde aus. Wissenschaftliche Konsequenzen für die Mondoberfläche spielten eine untergeordnete Rolle.
Reiffel äußerte Bedenken über die Zerstörung der unberührten Mondumgebung, die für zukünftige Forschungen verloren gehen würde. Anfang 1959 wurde das Projekt eingestellt – offiziell wegen der Gefahr radioaktiver Kontamination für künftige Mondmissionen. Ein weiterer Faktor war das Risiko eines sichtbaren Fehlschlags, der die USA international blamiert hätte.
Vom Wettrüsten zum rechtlichen Rahmen der Raumfahrt
1967 wurde der Weltraumvertrag (Outer Space Treaty) unterzeichnet, der nationale Besitzansprüche auf Himmelskörper verbietet. Die USA und Sowjetunion einigten sich trotz des Kalten Krieges darauf, den Mond als „Provinz der gesamten Menschheit“ zu deklarieren.
In jüngerer Zeit haben mehrere Staaten Gesetze verabschiedet, die die Nutzung von Weltraumressourcen durch private Unternehmen regeln. Die USA (2015), Luxemburg (2017), Japan, die VAE und Indien ermöglichen damit die kommerzielle Ausbeutung von Mondressourcen, insbesondere von Wassereis am lunaren Südpol.
Das Artemis-Programm der NASA zielt auf eine Rückkehr von Astronauten zum Mond bis 2026 ab. Parallel entwickelt China eigene Pläne für eine permanente Mondstation bis 2030. Russland und China haben die Artemis-Abkommen nicht unterzeichnet und arbeiten an einem alternativen Regelwerk für Mondaktivitäten.
- Quelle: The Observer (deklassifizierte Dokumente zu Project A119)
- Quelle: Outer Space Treaty (1967)
- Quelle: US Commercial Space Launch Competitiveness Act (2015)