Rocket Lab verschiebt Erstflug der Neutron-Rakete auf 2027

Die Entwicklung der Neutron-Rakete von Rocket Lab verzögert sich weiter. Ursprünglich für Ende 2026 geplant, könnte der Erstflug des mittelschweren Trägers nun erst 2027 stattfinden. Das Unternehmen gab in einer Einreichung bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC bekannt, dass die Produktion der ersten Stufe zwar planmäßig verläuft, der Zeitrahmen für einen Start bis Jahresende 2026 jedoch immer enger wird.

Herausforderungen bei der Entwicklung

Rocket Lab arbeitet derzeit an verschiedenen Qualifikationstests für die Neutron-Rakete. Ein Rückschlag ereignete sich im Januar 2026, als der Treibstofftank der ersten Stufe während eines hydrostatischen Drucktests beschädigt wurde. Dieser Vorfall führte bereits zu einer Verschiebung des geplanten Erstflugs von Mitte 2026 auf das Jahresende. Derzeit liegt der Fokus auf der Fertigstellung der ersten Stufe, die bis zum vierten Quartal 2026 zur Startrampe gebracht werden soll.

Peter Beck, Gründer und CEO von Rocket Lab, betonte während einer Anlegerpräsentation die Bedeutung der Wiederverwendbarkeit für die Rakete. Ziel sei es nicht nur, den Erstflug schnell zu erreichen, sondern auch eine hohe Startfrequenz zu ermöglichen. Die Integrationstests, insbesondere die statischen Triebwerkstests am Startplatz in Virginia, stellen dabei eine der größten Herausforderungen dar.

Geplante Missionen und Kunden

Die Neutron-Rakete soll sowohl für militärische als auch kommerzielle Zwecke eingesetzt werden. Rocket Lab hat einen Vertrag über 397 Millionen US-Dollar mit der US Space Force für den Bau und Start von Satelliten im Rahmen des SB-AMTI-Programms. Zudem wird die Rakete für Aufträge im Rahmen des National Security Space Launch Phase 3 Lane 1-Programms in Betracht gezogen.

Auf der kommerziellen Seite hat Rocket Lab bereits mehrere Kunden gewonnen. Das kanadische Unternehmen Kepler Communications hat einen dedizierten Start für 2028 gebucht, um mehrere Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen. Dies markiert Keplers ersten exklusiven Raketenstart nach bisherigen Mitfluggelegenheiten auf verschiedenen Trägerraketen wie der Falcon 9 von SpaceX.

Die Neutron-Rakete, die seit März 2021 in Entwicklung ist, ist 43 Meter hoch und wird mit flüssigem Methan betrieben. Sie verfügt über eine wiederverwendbare erste Stufe und innovative Nutzlastverkleidungen, die nach der Trennung der zweiten Stufe an der Boosterstufe verbleiben.

  • Quelle: Rocket Lab SEC-Einreichung
  • Quelle: Rocket Lab Anlegerpräsentation
  • Quelle: Kepler Communications Pressemitteilung