Die Diskussion, ob Mittel der Raumfahrt besser zur Armutsbekämpfung eingesetzt werden sollten, wird regelmäßig geführt. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass die Budgets unterschiedlicher Größenordnungen angehören.
Kosten zur Beendigung extremer Armut
Eine Studie des National Bureau of Economic Research aus Dezember 2025 berechnete die notwendigen Mittel zur Überwindung extremer Armut. Basierend auf Haushaltsdaten aus 23 Ländern mit niedrigem Einkommen ermittelten Forscher der UC Berkeley, Stanford und UC San Diego jährliche Kosten von 170 Milliarden US-Dollar. Diese Summe würde benötigt, um 533 Millionen Menschen über die damalige Armutsgrenze von 2,15 US-Dollar pro Tag zu heben.
Nach Anpassung der Armutsgrenze durch die Weltbank auf 3 US-Dollar stiegen die geschätzten Kosten auf 318 Milliarden US-Dollar jährlich. Dies entspricht 0,3% des globalen Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: Die weltweiten Ausgaben für Alkohol liegen bei 2,2% des BIP.
NASA-Budget in Relation
Das Budget der NASA für das Fiskaljahr 2026 beträgt 24,4 Milliarden US-Dollar. Inklusive zusätzlicher Mittel aus anderen Gesetzen summiert es sich auf etwa 27,5 Milliarden US-Dollar. Diese Summe deckt weniger als 9% der jährlich benötigten Mittel zur Armutsbekämpfung.
Selbst bei vollständiger Umwidmung des NASA-Etats könnten damit nur etwa ein Dreizehntel der globalen Armut bekämpft werden. Die Studie zeigt, dass nationale Raumfahrtbudgets und globale Sozialprogramme unterschiedliche Maßstäbe erfordern.
Logistische Herausforderungen
Die Berechnungen der Studie basieren auf optimierter Verteilung der Mittel. Eine gleichmäßige Verteilung ohne gezielte Zuweisung an die Bedürftigsten würde deutlich höhere Kosten verursachen. Die praktische Umsetzung effizienter Verteilmechanismen stellt eine separate Herausforderung dar.
- National Bureau of Economic Research Working Paper (Dezember 2025)
- NASA Haushaltsdokumente 2026
- Weltbank Armutsstatistiken