Forscher der University of Alabama in Huntsville (UAH) entwickeln ein plasmabasiertes System zur Desinfektion von Textilien für Raumfahrtmissionen. Die Technologie soll die Gesundheit von Astronauten auf Mond- und Marsmissionen verbessern, indem sie Kleidung, Bettwäsche und andere Stoffe ohne Wasser oder herkömmliche Reinigungsmittel hygienisch aufbereitet.
Funktionsweise der Plasmatechnik
Ein speziell entwickeltes „Plasmagewehr“ behandelt Textilien mit kaltem Plasma, um schädliche Bakterien abzutöten. Das System arbeitet mit einem Gasgemisch aus Helium, Luft und Wasserdampf. Die dabei entstehenden geladenen Teilchen erzeugen reaktive Sauerstoffspezies, die Bakterienzellmembranen zerstören.
Laut Dr. Gabe Xu, Professor für Maschinenbau und Luft- und Raumfahrttechnik an der UAH, oxidiert das Plasma die Lipidmembranen von Bakterien und führt so zum Zelltod. Der Mechanismus ähnelt dem von Wasserstoffperoxid oder Bleichmittel, benötigt jedoch keine flüssigen Chemikalien.
Anwendungsbereiche und Entwicklungstand
Die Technologie wurde ursprünglich für die planetare Schutztechnik entwickelt, um Raumanzüge und Werkzeuge vor dem Einsatz auf anderen Himmelskörpern zu desinfizieren. Aktuell konzentriert sich die Forschung auf die Anwendung in Raumstationen und bei Langzeitmissionen, wo Wasser knapp ist und herkömmliche Reinigungsmethoden ungeeignet sind.
Laborversuche zeigen vielversprechende Ergebnisse, doch bis zur Einsatzreife sind weitere Entwicklungen notwendig. Die Forscher arbeiten an einem größeren, handlicheren Gerät, das größere Stoffflächen behandeln und das entstehende Ozon sicher entfernen kann. Potenzielle Anwendungen reichen über die Textilhygiene hinaus und umfassen Lebenserhaltungssysteme, Raumfahrtlandwirtschaft und Abfallverarbeitung.
- Quelle: University of Alabama in Huntsville (2026) – Plasma gun technology could transform space laundry and sanitation for future missions
- Originalpublikation: https://phys.org/news/2026-08-plasma-gun-technology-space-laundry.html