Raumfahrttechnologie für Mond- und Marsmissionen in Schottland getestet

Forscher der Universität Leicester und der Universität Aberdeen haben in Portsoy, Schottland, eine Reihe von Feldtests durchgeführt, um tragbare Analysegeräte für zukünftige Mond- und Marsmissionen zu erproben. Diese Instrumente sollen Astronauten bei der Erkundung dieser Himmelskörper als Feldforscher unterstützen.

Entwicklung und Einsatz der tragbaren Spektrometer

Im Mittelpunkt der Tests stand ein fortschrittliches tragbares Spektrometer, das im Rahmen des PHOENIX-Programms der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt wurde. Das Projekt wurde von der Universität Leicester in Zusammenarbeit mit INTA (Spanien), Mission Control (Kanada) und der Universität Valladolid (Spanien) durchgeführt. Die entwickelten Geräte kombinieren mehrere Analysetechniken, um eine schnelle Identifizierung von Gesteinen und Mineralen während zukünftiger bemannter Missionen zu ermöglichen.

Die Spektrometer wurden unter Berücksichtigung der Ergonomie von Raumanzügen für den Einsatz auf Mond und Mars entwickelt. Sie wurden von der ESA-ExPeRT-Gruppe sowie den Teams von CAVES & PANGAEA unterstützt. PANGAEA, ein Trainingsprogramm der ESA, bereitet Astronauten auf ihre Rolle als Feldforscher vor und testet gleichzeitig neue Technologien wie die PHOENIX-Spektrometer.

Tests in Portsoy und zukünftige Anwendungen

Portsoy wurde aufgrund seiner geologischen Vielfalt als Teststandort ausgewählt. Die Gesteinszusammensetzung ähnelt der des Mondes, was die Region zu einem idealen natürlichen Labor für die Validierung von Raumfahrttechnologien macht. Während der Feldtests simulierten die Forscher Monderkundungsszenarien und analysierten Gesteine direkt vor Ort.

Die Ergebnisse zeigen, dass Astronauten mit den flugtauglichen Versionen der Geräte geologische Proben schnell bewerten, Ressourcen suchen und Anzeichen vergangener Wasseraktivität identifizieren können, ohne Proben zur Erde bringen zu müssen. Dies ist besonders für zukünftige bemannte Mondmissionen von Bedeutung.

Dr. Hannah Lerman von der Universität Leicester betonte die Bedeutung der Tests in realen Umgebungen wie Portsoy, um die Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit der Instrumente für die Erkundung des Mondes und darüber hinaus zu optimieren. Professor John Parnell von der Universität Aberdeen hob die langjährige Erfahrung seiner Institution mit den Gesteinen in Portsoy hervor, die einen wichtigen Beitrag zur globalen Mondforschung leistet.

Die Arbeiten bauen auf internationalen Testkampagnen auf, darunter Versuche in der LUNA-Analoganlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der ESA in Deutschland, wo die PHOENIX-Spektrometer bereits unter kontrollierten mondähnlichen Bedingungen erfolgreich getestet wurden.

  • Quelle: https://phys.org/news/2026-08-space-kit-future-missions-scotland.html