Am 20. Juli jährte sich die Landung von Viking 1 auf dem Mars zum 50. Mal. Die Mission der NASA im Jahr 1976 war die erste vollständig erfolgreiche Landung auf dem Roten Planeten. Die sowjetische Mars 3-Sonde hatte zwar 1971 die Oberfläche erreicht, fiel jedoch nach Sekunden aus. Viking 1 führte ein umfangreiches Instrumentenpaket mit, darunter Experimente zur Suche nach Lebensspuren, deren Ergebnisse bis heute diskutiert werden.
Herausforderungen und Risiken der Pionierleistung
Tom Young, damaliger Missionsleiter von Viking, beschrieb das Projekt als besonders anspruchsvoll und risikoreich. Die Entscheidung für die Durchführung basierte auf der wissenschaftlichen Bedeutung und der Expertise des Teams. Zu diesem gehörte auch der spätere Orbital-Gründer Dave Thompson, der als 22-jähriger Praktant am Jet Propulsion Laboratory erste Erfahrungen sammelte.
Die Viking-Missionen markierten den Höhepunkt des frühen Mars-Programms der NASA. Allerdings folgte danach eine lange Pause: Erst 1997, 21 Jahre nach Viking 1, landete mit Mars Pathfinder die nächste NASA-Sonde auf dem Mars.
Aktuelle Mars-Exploration und zukünftige Perspektiven
Experten sehen Parallelen zur heutigen Situation: Die Unsicherheit um das Mars Sample Return-Programm (MSR) und die Fokussierung auf Mondmissionen könnten zu einer neuen Lücke in der Marsforschung führen. Der Rover Perseverance sammelt weiterhin Proben, obwohl unklar ist, wann oder ob sie zur Erde zurückgebracht werden.
Für 2028 plant die NASA Beteiligungen an bis zu vier Marsmissionen, darunter den ESA-Rover Rosalind Franklin und das Kommunikationssatellitenprojekt Mars Telecommunications Network. Allerdings handelt es sich dabei nicht um klassische wissenschaftliche Hauptmissionen der NASA. Die hohen Kosten des SR-1 Freedom-Demonstrators mit über 2 Milliarden Dollar könnten Mittel für andere Marsprojekte binden.
Wissenschaftler wie Jim Bell von der Arizona State University betonen die Notwendigkeit großer Flagship-Missionen neben kleineren Projekten. Die Viking-Mission kostete inflationsbereinigt etwa 8,6 Milliarden Dollar – vergleichbar mit den Schätzungen für MSR. Die Einstellung von MSR könnte nun die Chance bieten, das Programm zu überarbeiten und eine längere Unterbrechung der Marsforschung zu vermeiden.