Die NASA-Raumsonde Europa Clipper befindet sich seit dem 14. Oktober 2024 auf dem Weg zum Jupitermond Europa. Die Mission soll im April 2030 das Jupitersystem erreichen. Die Gesamtstrecke der Reise beträgt etwa 2,9 Milliarden Kilometer.
Flugroute mit planetaren Swing-by-Manövern
Ein direkter Flug zu Jupiter wäre energetisch zu aufwendig gewesen. Stattdessen nutzt die Sonde die Gravitation anderer Planeten für Geschwindigkeitsänderungen. Am 1. März 2025 erfolgte ein Vorbeiflug am Mars, am 3. Dezember 2026 ist ein Erdvorbeiflug geplant. Diese Manöver ermöglichen den Transfer in die Jupiterumlaufbahn.
Nach der Ankunft wird Europa Clipper den Mond in 49 Vorbeiflügen untersuchen. Die wissenschaftliche Hauptphase beginnt 2031. Die Sonde nähert sich dabei bis auf 25 Kilometer an die Oberfläche, um Strahlungsschäden durch Jupiters Magnetfeld zu minimieren.
Untersuchung des unterirdischen Ozeans
Europa besitzt vermutlich einen globalen Salzwasserozean unter einer Eisschicht. Dieser könnte 60 bis 150 Kilometer tief sein und mehr als doppelt so viel Wasser enthalten wie alle irdischen Ozeane zusammen. Direkte Messungen sind jedoch nicht möglich, da die Eisschicht durchschnittlich 29 Kilometer dick ist.
Die Sonde trägt neun wissenschaftliche Instrumente, darunter:
- Radar zur Untersuchung der Eisstruktur
- Magnetometer für Ozeantiefe und Salzgehalt
- Spektrometer für Oberflächenzusammensetzung
- Thermalimager zur Aktivitätserkennung
Die Mission konzentriert sich auf drei Hauptfragen: Eigenschaften der Eisschicht und des Ozeans, chemische Zusammensetzung sowie geologische Aktivität. Ziel ist die Bewertung möglicher Habitabilität, nicht der direkte Nachweis von Leben.
Die NASA betont, dass vielversprechende Ergebnisse lediglich Grundlagen für zukünftige Lander- oder Probenmissionen liefern würden. Auch negative Befunde wären wissenschaftlich wertvoll, da sie aktuelle Modelle überprüfen.
- Quelle: NASA Mission Europa Clipper, Stand Oktober 2024
- Quelle: Juno-Mission Messdaten zur Eisdicke