Radaruntersuchungen zeigen glatte Oberflächen auf Titans Meeren

Die Cassini-Mission der NASA hat mit Radarwellen die drei größten Seen auf dem Saturnmond Titan untersucht. Die Daten zeigen, dass die offenen Wasserflächen extrem glatt sind, während Flussmündungen und Meerengen leicht aufgeraut erscheinen.

Messmethode und Ergebnisse

Während vier Vorbeiflügen in den Jahren 2014 und 2016 richtete Cassini präzise Radarsignale auf die Meere Kraken Mare, Ligeia Mare und Punga Mare. Die reflektierten Signale wurden von einer 70-Meter-Antenne der NASA auf der Erde empfangen. Die Analyse ergab, dass die offenen Wasserflächen eine Rauigkeit von maximal 3,3 Millimetern aufweisen. Diese Messung beschreibt die statistische Höhenvariation der Oberfläche, nicht einzelne Wellenberge.

Die Methode nutzte bistatische Radarwellen im X-Band, die von der Raumsonde ausgesendet und nach der Reflexion auf der Erde empfangen wurden. Die Polarisation der zurückgeworfenen Signale lieferte zusätzliche Informationen über die Oberflächenbeschaffenheit und Zusammensetzung der Flüssigkeiten.

Unterschiede in Küstenregionen

In Meerengen und Flussmündungen zeigten die Messungen erhöhte Rauigkeitswerte zwischen 3,6 und 5,2 Millimetern. Die Daten deuten darauf hin, dass methanreiche Flüsse in ethanreichere Meere münden – ein Prozess, der mit dem Zusammentreffen von Süß- und Salzwasser auf der Erde vergleichbar ist.

Die Beobachtungen stellen Momentaufnahmen dar und erlauben keine Rückschlüsse auf langfristige Wetterbedingungen oder saisonale Veränderungen. Titans Jahreszeiten dauern jeweils über sieben Erdjahre, sodass weitere Untersuchungen nötig sind, um die Dynamik der Oberflächen zu verstehen.

  • Quelle: Poggiali, V. et al. (2024): „Surface properties of the seas of Titan as revealed by Cassini mission bistatic radar experiments“, Nature Communications
  • Quelle: NASA Deep Space Network
  • Quelle: Cornell University Research Summary