Astronomen beobachten seltenen Moment einer Sternexplosion

Im März 2026 registrierte das Weltraumteleskop Einstein Probe einen kurzen Blitz weicher Röntgenstrahlung aus einer etwa 500 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie. Die als EP260321a bezeichnete Strahlung löste eine weltweite Beobachtungskampagne aus. Innerhalb einer Stunde begannen erdbasierte Teleskope mit der Überwachung der Quelle, die sich als schnell heller werdende Supernova SN 2026gzf entpuppte.

Erfassung des Schockdurchbruchs

Zwei Forscherteams unter Leitung von Brendan O’Connor von der Carnegie Mellon University und Jillian Rastinejad von der University of Maryland nutzten Einrichtungen des NSF NOIRLab, um das Ereignis zu untersuchen. Ihre Ergebnisse wurden in The Astrophysical Journal Letters veröffentlicht.

Beide Teams identifizierten den anfänglichen Röntgenblitz unabhängig voneinander als sogenannten Schockdurchbruch. Dieses Phänomen tritt auf, wenn die Stoßwelle einer Sternexplosion die Sternoberfläche durchbricht und das erste Licht der Supernova freisetzt. Solche Durchbrüche sind schwer zu beobachten, da sie nur Sekunden bis Stunden andauern. In den letzten 20 Jahren wurde nur ein weiterer klarer Röntgen-Schockdurchbruch nachgewiesen.

Besonderheiten der Supernova SN 2026gzf

Die Analysen bestätigten, dass es sich um eine Supernova vom Typ Ic-BL handelt. Diese Art von Explosionen geht normalerweise mit relativistischen Materiestrahlen einher und steht häufig im Zusammenhang mit Gammastrahlenausbrüchen. SN 2026gzf zeigte jedoch mehrere ungewöhnliche Merkmale:

Der Schockdurchbruch war der schwächste, der je mit einer Ic-BL-Supernova in Verbindung gebracht wurde, obwohl die Explosion selbst nicht ungewöhnlich schwach war. Zudem fanden die Forscher keine Hinweise auf einen nachfolgenden Gammastrahlenausbruch, was für diesen Supernova-Typ untypisch ist.

O’Connors Team nutzte die 570-Megapixel-Dark-Energy-Kamera am Víctor-M.-Blanco-Teleskop in Chile, um die Helligkeitsentwicklung der Supernova zu verfolgen. Archivaufnahmen desselben Instruments zeigten eine blaue Quelle an der Explosionsstelle, die Hinweise auf das Vorläufersystem lieferte.

Zusätzliche Daten lieferten das Vera-C.-Rubin-Observatorium und das Dark-Energy-Spektroskopische-Instrument am Mayall-Teleskop in Arizona. Mehrere andere Observatorien wie das Chandra-Röntgenobservatorium und das Very Large Array waren ebenfalls an den Beobachtungen beteiligt.

Rastinejads Team führte parallele Untersuchungen mit Instrumenten am Gemini-Nord- und Gemini-Süd-Teleskop sowie am SOAR-Teleskop durch. Die kombinierten Daten aller beteiligten Observatorien ermöglichten eine detaillierte Charakterisierung dieser ungewöhnlichen Sternexplosion.

  • Quelle: The Astrophysical Journal Letters
  • Beteiligte Einrichtungen: NSF NOIRLab, NASA, Gemini-Observatorium, Vera-C.-Rubin-Observatorium