Venus ähnelt der Erde in Größe und Masse, doch ihre Oberfläche zählt zu den unwirtlichsten Orten im Sonnensystem. Mit Temperaturen von 465 Grad Celsius und einem 92-fachen Atmosphärendruck im Vergleich zur Erde bietet sie extremste Bedingungen.
Extreme Bedingungen auf der Venus
Die Venusatmosphäre besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid, bedeckt von Schwefelsäurewolken. Sowjetische Venera-Lander in den 1970er und 80er Jahren überlebten maximal zwei Stunden auf der Oberfläche. Verantwortlich für die Hitze ist ein Treibhauseffekt, bei dem die dichte CO2-Hülle die Wärme der Sonne effektiv einfängt.
Forscher gehen davon aus, dass die Venus in ihrer Frühzeit möglicherweise flüssiges Wasser und ein gemäßigteres Klima besaß. Modelle deuten darauf hin, dass die zunehmende Sonnenstrahlung zu verdunstenden Ozeanen führte. Wasserdampf als Treibhausgas beschleunigte die Erwärmung, bis sämtliches Wasser verschwand und der Planet austrocknete.
Aktuelle Forschung und künftige Missionen
In etwa 50 Kilometern Höhe herrschen auf der Venus vergleichsweise erträgliche Bedingungen mit erdähnlichem Druck und Temperaturen. Eine 2020 veröffentlichte Studie berichtete über den Nachweis von Phosphin in dieser Schicht, was Diskussionen über mögliche Lebensformen auslöste. Spätere Analysen stellten diese Ergebnisse jedoch infrage.
Die Venus rotiert rückwärts, ein Sonnentag dauert länger als ein Venusjahr. In den 2030er Jahren plant die NASA mit den Missionen DAVINCI und VERITAS sowie die ESA mit EnVision neue Untersuchungen. Ziel ist es, die Klimageschichte der Venus zu entschlüsseln und herauszufinden, ob der Planet einst bewohnbar war.
- Quelle: Space Daily