Airbus und Thales erhalten Auftrag für militärischen Ersatzsatelliten Spaniens

Airbus Defence and Space und Thales Alenia Space wurden mit dem Bau eines neuen militärischen Kommunikationssatelliten für Spanien beauftragt. Die spanische Firma Hisdesat wählte Airbus als Hauptauftragnehmer für den Satelliten SpainSat NG 3 aus, wie am 31. Juli bekannt gegeben wurde.

Technische Spezifikationen und Zeitplan

Der geostationäre Satellit SpainSat NG 3 soll im dritten Quartal 2030 startbereit sein und Anfang 2031 in Betrieb gehen. Er wird Kommunikationsdienste für das spanische Militär und verbündete Staaten über Amerika, Europa, Afrika und den Nahen Osten bereitstellen. Airbus liefert die Satellitenplattform und die X-Band-Nutzlast, während Thales Alenia Space die UHF- und militärischen Ka-Band-Nutzlasten entwickelt.

Der neue Satellit wird mit dem bereits im Orbit befindlichen SpainSat NG 1 zusammenarbeiten, der bis nach Singapur Abdeckung bietet. Airbus kündigte technologische Verbesserungen gegenüber den Vorgängermodellen an, darunter höhere Betriebsagilität, erweiterte Bandbreite und verbesserten Schutz gegen Störungen und elektronische Bedrohungen.

Hintergrund des Ersatzauftrags

SpainSat NG 3 ersetzt den ausgefallenen Satelliten SpainSat NG 2, der im Januar 2025 nach einem Zusammenstoß mit einem Weltraumpartikel in einer „vitalen Zone“ beschädigt wurde. Der Betreiber Hisdesat, mehrheitlich im Besitz der Indra Group, kündigte im Januar an, dass die Versicherung die Kosten für den Ersatzsatelliten decken werde. Airbus gab keine Auskunft darüber, ob Designänderungen als Reaktion auf den Vorfall vorgenommen werden.

Parallel zum Satellitenauftrag arbeiten Airbus, Thales und Leonardo an der Gründung eines gemeinsamen Raumfahrtunternehmens mit dem Codenamen Projekt Bromo. Die drei Unternehmen reichten Anträge bei EU-Kartellbehörden ein, wobei die Genehmigungsverfahren voraussichtlich bis 2027 dauern werden. Leonardo-CEO Lorenzo Mariani bezeichnete das geplante Joint Venture als Chance für die europäische Lieferkette, während andere europäische Unternehmen Bedenken hinsichtlich möglicher Wettbewerbsbeschränkungen äußerten.

Thales verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatzrückgang von 153 Millionen Euro im kommerziellen Satellitengeschäft, was auf stornierte GEO-Satellitenaufträge und die Konkurrenz durch Breitbandkonstellationen wie Starlink zurückgeführt wird. Gleichzeitig profitieren beide Unternehmen von steigenden staatlichen Raumfahrtausgaben, insbesondere im Verteidigungsbereich, sowie von europäischen Projekten wie der IRIS²-Satellitenkonstellation.