Maiaspace: Fortbestand trotz finanzieller Verluste gesichert

Das französische Raumfahrtunternehmen MaiaSpace, eine Ausgründung der ArianeGroup, wird trotz erheblicher finanzieller Verluste weitergeführt. Dies entschied die ArianeGroup als alleiniger Anteilseigner im Juni 2026. Die Entscheidung fiel nach einem Verlust von 37,5 Millionen Euro im Jahr 2025, der das Eigenkapital des Unternehmens unter null sinken ließ.

Finanzielle Situation und Entscheidungsprozess

Laut den Jahresabschlüssen von MaiaSpace für das Jahr 2025 belief sich das Eigenkapital des Unternehmens Ende des Jahres auf minus 823.375 Euro. Dies stellt einen deutlichen Rückgang gegenüber dem positiven Eigenkapital von 35,82 Millionen Euro im Jahr 2024 dar. Das Eigenkapital ist der verbleibende Wert nach Abzug aller Verbindlichkeiten. Ein negativer Wert bedeutet, dass das Unternehmen mehr Schulden als Vermögenswerte besitzt.

Nach französischem Gesellschaftsrecht muss ein Unternehmen aufgelöst werden, wenn das Eigenkapital weniger als die Hälfte des Grundkapitals beträgt. In diesem Fall entschied sich die ArianeGroup jedoch gegen eine Auflösung von MaiaSpace. Stattdessen wurde beschlossen, die Vorbereitungen für den Erstflug der Maia-Rakete fortzusetzen.

Die finanzielle Situation von MaiaSpace verschlechterte sich im Jahr 2025 weiter. Die Liquidität des Unternehmens sank um 62,46 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr, was einem monatlichen Verbrauch von etwa 5,21 Millionen Euro entspricht. Davon wurden rund 11 Millionen Euro in Sachanlagen investiert. Ohne diese Investitionen lag der operative Verbrauch bei etwa 4,3 Millionen Euro pro Monat. Bei dieser Rate verfügte MaiaSpace Ende 2025 über eine Liquiditätsreserve von etwa 26 Monaten.

Zukünftige Pläne und Herausforderungen

MaiaSpace plant den Erstflug der Maia-Rakete für die zweite Hälfte des Jahres 2027. Das Unternehmen hatte ursprünglich einen separaten suborbitalen Testflug vorgesehen, entschied sich jedoch dagegen, da umfangreiche Bodentests die Notwendigkeit eines zusätzlichen Fluges reduzierten.

Das Jahr 2027 ist auch für die Teilnahme von MaiaSpace an der European Launcher Challenge der ESA von Bedeutung. Im Rahmen dieser Initiative erhielt das Unternehmen im November 2025 eine Finanzierung von 184,9 Millionen Euro für die Bereitstellung von Startdiensten für die ESA und andere europäische institutionelle Kunden zwischen 2026 und 2030. Die Teilnehmer müssen bis Ende 2027 einen erfolgreichen orbitalen Start durchführen.

Die Entscheidung, den suborbitalen Testflug abzusagen, könnte den Zeitplan für den orbitalen Erstflug beeinflussen. Ursprünglich war der Testflug für Anfang 2027 geplant, was einen orbitalen Start noch im selben Jahr erforderlich gemacht hätte. Mit der Streichung des Testflugs bleibt MaiaSpace mehr Zeit für die Vorbereitungen, steht jedoch weiterhin unter dem Druck, die Frist der European Launcher Challenge einzuhalten.