Vor etwa 66 Millionen Jahren traf ein Asteroid mit einem Durchmesser von rund zehn Kilometern die heutige Halbinsel Yucatán in Mexiko. Dieser Einschlag markierte das Ende der Dinosaurier-Ära. Ein 2024 veröffentlichte Studie hat nun die Herkunft des Asteroiden genauer bestimmt: Er stammte aus den äußeren Regionen des Sonnensystems, jenseits des Jupiter.
Die Auswirkungen des Einschlags
Der Asteroid, der den Chicxulub-Krater mit einem Durchmesser von etwa 180 Kilometern hinterließ, traf die Erde mit einer Geschwindigkeit von rund 20 Kilometern pro Sekunde. Die unmittelbaren Folgen waren lokal und extrem gewaltsam: Gestein verdampfte am Einschlagspunkt, und herabfallende Trümmer erhitzten die Atmosphäre, was weiträumige Brände auslöste. Die langfristigen Auswirkungen waren jedoch globaler Natur. Staub und Ruß, die in die obere Atmosphäre geschleudert wurden, blockierten das Sonnenlicht für Monate bis Jahre. Dies führte zu einer Abkühlung des Planeten und einem Zusammenbruch der Nahrungsketten, die auf Photosynthese basieren. Etwa drei Viertel aller Arten starben aus, darunter alle nicht-vogelartigen Dinosaurier.
Die Herkunft des Asteroiden
Die Frage nach der Herkunft des Asteroiden blieb lange unbeantwortet. Eine Studie aus dem Jahr 2024, geleitet von Mario Fischer-Gödde von der Universität Köln, brachte nun Klarheit. Das Team analysierte Ruthenium-Isotope in der Einschlagsschicht an verschiedenen Orten in Dänemark, Italien und Spanien. Ruthenium stammt hauptsächlich vom Einschlagskörper und nicht aus der Erdkruste, sodass seine Isotopenzusammensetzung Rückschlüsse auf die Herkunft des Asteroiden zulässt. Die Ergebnisse zeigten, dass der Asteroid zu den kohligen Chondriten gehört, einer primitiven Klasse von Asteroiden, die in den kalten äußeren Regionen des Sonnensystems entstanden sind, jenseits der Jupiterbahn. Diese Erkenntnis schließt andere Möglichkeiten aus, wie etwa einen Kometen oder silikatische Asteroiden aus dem inneren Sonnensystem.
Obwohl es sich um eine einzelne Studie handelt, die auf einer spezifischen und gut verstandenen Methode basiert, liefert sie starke Hinweise auf die Herkunft des Asteroiden. Die Frage, ob ein solches Ereignis erneut eintreten könnte, ist jedoch komplex. Objekte dieser Größe sind selten und treffen im Durchschnitt nur alle zig Millionen Jahre auf die Erde. Die größten erdnahen Asteroiden sind bereits bekannt und katalogisiert, und keiner von ihnen befindet sich auf Kollisionskurs. Die aktuelle Herausforderung besteht darin, kleinere Objekte zu identifizieren, die schwerer zu entdecken sind.
Die Forschung konzentriert sich heute weniger auf den Einschlag selbst, sondern mehr auf dessen Mechanismen und Nachwirkungen. Es wird untersucht, wie viel der Zerstörung durch Staub, Ruß oder Schwefel verursacht wurde, der beim Einschlag freigesetzt wurde. Diese Zusammenhänge werden weiterhin erforscht. Die neue Erkenntnis, dass der Asteroid aus den äußeren Regionen des Sonnensystems stammt, fügt der Geschichte jedoch eine klare Aussage hinzu: Der Stein, der das Ende der Kreidezeit markierte, kam nicht aus der Nähe, sondern aus einer weit entfernten Region des Sonnensystems.
- Quelle: Space Daily