US Space Force vergibt 981-Millionen-Dollar-Vertrag für Trainingssysteme

Die US Space Force hat 15 Unternehmen für einen Rahmenvertrag zur Entwicklung von Trainingssystemen ausgewählt. Das als NITE-STAR bezeichnete Programm hat ein Volumen von bis zu 981 Millionen US-Dollar über sechs Jahre. Die ausgewählten Firmen werden Satelliten, Sensoren und andere Systeme entwickeln, die realistische Trainingsbedingungen für militärische Raumfahrtoperationen schaffen sollen.

Ziel: National Space Test and Training Complex

Der Vertrag unterstützt den Aufbau des National Space Test and Training Complex, eines Netzwerks aus physischen Testbereichen und simulierten Umgebungen. In diesem Komplex sollen Raumfahrtoperatoren den Umgang mit Bedrohungen gegen US-Satelliten trainieren können. Die 981 Millionen Dollar stellen den maximalen Wert von Auftragsvolumina dar, die bis Juli 2032 an die 15 Unternehmen vergeben werden können.

Zu den ausgewählten Unternehmen gehören Amentum, BAE Systems, Boeing, CACI, Firefly Aerospace, L3Harris Technologies, Lockheed Martin Space, Northrop Grumman, Pacific Crest Alliance, Parsons Government Services, Redwire, Rocket Lab, Sierra Space, Viasat und York Space Systems. Die Space Force erhielt insgesamt 20 Angebote für das Programm, das offiziell als „National Space Test and Training Complex Innovative Technology and Engineering — Space Test and Range Capability Development“ bezeichnet wird.

Technische Anforderungen und Vertragsstruktur

Das Programm umfasst eine breite Palette von Ausrüstung und Software, darunter Raumfahrzeuge, die gegnerisches Verhalten im Orbit nachahmen können, sowie Bodensysteme zur Simulation von Cyberangriffen, Kommunikationsstörungen und anderen Formen der elektronischen Kriegsführung. NITE-STAR ist als IDIQ-Vertrag (Indefinite-Delivery, Indefinite-Quantity) strukturiert, der es der Regierung ermöglicht, eine Gruppe qualifizierter Anbieter zu bestimmen und dann Wettbewerbe für einzelne Aufträge durchzuführen.

Die Space Force legt zunehmend Wert auf die Ausbildung von Operatoren für Konfliktszenarien, in denen Gegner Satellitenkommunikation stören, Sensoren mit Lasern blenden oder versuchen könnten, Raumfahrzeuge außer Gefecht zu setzen. Derzeit basiert ein Großteil der Ausbildung noch auf Unterricht im Klassenzimmer, älteren Testsystemen und Simulationen, die die Geschwindigkeit, Entfernungen und eingeschränkte Sichtverhältnisse bei militärischen Operationen im Orbit nicht vollständig abbilden können.

Die Space Force entwickelt eine sogenannte „Live, Virtual, Constructive“-Trainingsumgebung, die echte Raumfahrzeuge und Bodensysteme mit hochwertigen Simulationen und computergenerierten Bedrohungen kombiniert. NITE-STAR konzentriert sich hauptsächlich auf die physischen Komponenten dieser Bemühungen, einschließlich Satelliten, Sensoren, Instrumentierung und unterstützender Infrastruktur, die für realistische Übungen und Gerätetests erforderlich sind.

Im Gegensatz zur Air Force verfügt die Space Force derzeit nicht über vergleichbare große Kampftrainingsbereiche, in denen Piloten repräsentative Bedrohungen erleben und koordinierte Operationen üben können. Die Schaffung einer solchen Umgebung für den Weltraum stellt besondere Herausforderungen dar, da Satelliten über große Entfernungen operieren, feindliche Aktivitäten oft schwer direkt zu beobachten sind und viele operationelle Raumfahrzeuge zu kostspielig oder sensibel für regelmäßige Übungen sind.