Erster afrikanischer Raumfahrt-Payload startet 2029 mit Chinas Chang’e-8-Mission zum Mond

Im Jahr 2029 wird erstmals ein vollständig in Afrika entwickelter Raumfahrt-Payload den Weg zum Mond antreten. Das Projekt Africa2Moon wird Teil der chinesischen Mondmission Chang’e 8 sein und ein niedrigfrequentes Radioteleskop-Array im Südpolgebiet des Mondes einsetzen. Das Ziel ist es, neue Technologien zu demonstrieren und in einer Umgebung zu operieren, in der die Temperaturen auf bis zu minus 200 Grad Celsius fallen können. Der Mond-Südpol ist bereits Ziel mehrerer Missionen, darunter Indiens Chandrayaan-3 und der amerikanische Odysseus-Lander, und wird sowohl von China als auch den USA als Standort für zukünftige Forschungsbasen ins Auge gefasst.

Technologische Innovationen und wissenschaftliche Ziele

Der Africa2Moon-Payload besteht aus drei runden Antennen, den sogenannten Bounced African Low Lunar Spheres (BALLS). Diese sphärischen Instrumente arbeiten gemeinsam und sind in der Lage, niederfrequente Radiowellen zu detektieren, die von der Erdatmosphäre blockiert oder verzerrt werden. Im Gegensatz zu optischen Teleskopen, die sichtbares Licht nutzen, ermöglicht die Radioastronomie die Beobachtung des Kosmos durch Radiowellen. Dies ist besonders geeignet, um Daten von tiefen Raumobjekten zu sammeln und mehr über die Ursprünge des Universums zu erfahren.

Die Mission soll auch zeigen, dass kostengünstige und leichte Hardware unter den extremen Bedingungen des Mond-Südpols einsetzbar ist. Die drei BALLS-Antennen dienen als Wegbereiter für eine größere Mission, bei der 55 Antennen auf der abgewandten Seite des Mondes eingesetzt werden sollen. Die Zahl 55 symbolisiert alle afrikanischen Nationen.

Internationale Zusammenarbeit und afrikanische Beteiligung

Das Africa2Moon-Projekt wird von der Foundation for Space Development Africa (FSDA) geleitet und umfasst ein Team von Experten und Freiwilligen. Beteiligt sind unter anderem die South African National Space Agency, das South African Radio Astronomy Observatory und das National Institute of Theoretical and Computational Sciences. Institutionen aus Kenia, Ghana und Botswana tragen ebenfalls zum Projekt bei. Ingenieurteams von Petrawell, dem Aerospace Systems Research Institute der Universität KwaZulu-Natal und dem Electronic Systems Laboratory der Universität Stellenbosch haben bereits funktionale Modelle entwickelt, die vom Chang’e-8-Team getestet werden sollen.

Die Zusammenarbeit mit der chinesischen Raumfahrtbehörde CNSA ist ein wichtiger Schritt für die afrikanische Raumfahrt. Die Mission wird nicht nur technologische Fortschritte demonstrieren, sondern auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Afrika und China stärken. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines sich entwickelnden Wettlaufs zwischen den USA und China um die Erforschung des Mondes, wobei die NASA ihre Artemis-Missionen und China seine Chang’e-Missionen vorantreibt.