In den letzten Jahren hat die Wiederverwendung von Raketenstufen weltweit an Bedeutung gewonnen. China hat kürzlich erfolgreich eine Orbitalmission durchgeführt und den Booster sicher zur Erde zurückgebracht. Japan führt Sprungtests durch, und Honda hat vertikale Wiederverwendungstests durchgeführt. In den USA führt SpaceX regelmäßig Starts und Landungen von wiederverwendbaren Raketen durch. Blue Origin hat ebenfalls die Fähigkeit demonstriert, eine große Orbitalrakete zu landen und erneut zu starten. Unternehmen wie Stoke Space, Rocket Lab und Relativity Space machen Fortschritte in Richtung teilweise oder vollständig wiederverwendbarer Raketen.
Russlands Pläne für eine wiederverwendbare Rakete
Russland, das eine lange Geschichte in der Raumfahrt hat und vor fast sieben Jahrzehnten den ersten Orbitalstart durchführte, hat ebenfalls Pläne für eine wiederverwendbare Rakete. Vor sechs Jahren kündigte die staatliche Raumfahrtbehörde Roscosmos die Entwicklung einer wiederverwendbaren Rakete namens „Amur-LNG“ an. Diese Rakete sollte als Antwort auf SpaceXs Falcon 9 dienen und eine wiederverwendbare erste Stufe, methanbetriebene Triebwerke sowie eine Nutzlastkapazität von 10,5 Tonnen in den niedrigen Erdorbit haben. Der ursprüngliche Plan sah den Erstflug für 2026 vor.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
In einem Interview mit der Wirtschaftspublikation RBC gab Dmitry Baranov, stellvertretender Generaldirektor von Roscosmos für Raketenprogramme, neue Informationen zum Entwicklungszeitplan der Amur-Rakete bekannt. Derzeit liegt der Fokus auf der Entwicklung eines „Demonstrators“ für die erste Stufe der Rakete. Es bleibt jedoch unklar, ob der ursprüngliche Zeitplan eingehalten werden kann. Die Herausforderungen bei der Entwicklung einer wiederverwendbaren Rakete sind erheblich, und Russland steht vor technischen und finanziellen Hürden.