Erster autonomer Roboter baut erfolgreich Struktur im Weltraum

Ein von Forschern des California Institute of Technology (Caltech) entwickelter Roboter hat erstmals autonom eine Struktur im Weltraum errichtet. Der Roboter ist Teil des NOM4D-Programms der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) und demonstriert damit die Möglichkeit, große Strukturen direkt im Orbit zu konstruieren. Der Roboter besteht aus einem autonomen Manipulator, der Streben und Verbindungsstücke aus nahegelegenen Spendern aufnimmt, um identische Abschnitte eines Perimeter-Trägers zusammenzusetzen.

Technische Details der ASTRA-Mission

Die ASTRA-Mission (Autonomous In-Space Tensioned Reflector Assembly) hat in den letzten sechs Monaten im Weltraum gearbeitet, um einen Reflektor mit einem Durchmesser von 1,4 Metern aus Verbundfaserröhren, Aluminiumverbindungen und einer Kapton-Reflektionsfläche zu konstruieren. Obwohl das Team aufgrund von Zeitbeschränkungen nur den ersten Abschnitt der Antenne fertigstellen konnte, hat die Demonstration die Machbarkeit des Konzepts bewiesen. Die Technologie ist skalierbar und könnte zukünftig für den Bau sehr großer Trägerstrukturen eingesetzt werden.

Die ASTRA-Nutzlast wurde innerhalb von weniger als zwölf Monaten entwickelt, getestet und an Momentus Inc. geliefert. Am 30. März 2026 startete ASTRA als eine von zehn Nutzlasten an Bord der Vigoride 7-Raumfahrzeugmission von SpaceX. Die Nutzlast überstand den Start erfolgreich und begann anschließend mit dem Aufbau der Struktur im Orbit.

Zukünftige Anwendungen und Bedeutung

Die Fähigkeit, große Strukturen wie Reflektorflächen im Weltraum zu errichten, eröffnet neue Möglichkeiten für die Raumfahrt. Solche Strukturen könnten als Spiegel für leistungsstarke Weltraumteleskope dienen, die es Astronomen ermöglichen, noch weiter entfernte Objekte zu beobachten. Alternativ könnten sie als Apertur für große Radiofrequenzantennen genutzt werden. Bisher waren die Größe solcher Strukturen durch die Abmessungen von Raketennutzlastverkleidungen begrenzt.

Das NOM4D-Programm der DARPA zielt darauf ab, effiziente und skalierbare Methoden für den Bau sehr großer Strukturen im Weltraum zu entwickeln. Neben dem ASTRA-Projekt wird auch ein Projekt der University of Illinois Urbana-Champaign im Rahmen des Programms durchgeführt, das eine Methode zur Härtung von Kohlenstoffröhren im Weltraum testet.

  • Quelle: Phys.org – Robot successfully builds space structure in first autonomous construction demo