Das Wiener Startup Tumbleweed hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 6,9 Millionen Euro abgeschlossen. Das Geld soll in die Entwicklung eines Forschungsfahrzeugs für den Orbit namens Oasis Beta fließen, das in der Lage ist, in die Erdatmosphäre zurückzukehren. Die ersten Missionen sind für das Jahr 2028 geplant. Zusätzlich werden mindestens drei Missionen im Jahr 2027 mit der Nutzlastplattform Pod des Unternehmens finanziert.
Investoren und bisherige Missionen
Die Finanzierungsrunde wurde von Pact VC angeführt. Weitere Beteiligungen kamen von Vanagon Ventures, Prototype Capital, EWOR sowie einer Gruppe von Business Angels, darunter Candace Johnson, Mitgründerin von SES. Die Finanzierung folgt auf die erste Weltraummission von Tumbleweed im Juli 2023, bei der das Unternehmen seinen Satelliten Oasis Alpha mit einer SpaceX-Trägerrakete ins All brachte. Auf dieser Mission konnte Tumbleweed erfolgreich Mikrogravitationsforschungslasten von vier verschiedenen Kunden betreiben.
Seitdem verzeichnet das Unternehmen eine steigende Nachfrage von Kunden, die Zugang zu Mikrogravitation suchen, ohne selbst einen Satelliten entwickeln zu müssen. Tumbleweed hat sich darauf spezialisiert, Neulingen im Raumfahrtsektor den ersten Flug in den Orbit zu ermöglichen.
Zukünftige Pläne und technische Herausforderungen
Tumbleweed plant, bereits vor der Fertigstellung von Oasis Beta weitere Missionen durchzuführen. Drei Flüge sind für das Jahr 2027 gebucht, darunter sowohl suborbitale als auch orbitale Missionen. Bei mindestens einer dieser Missionen will das Unternehmen demonstrieren, dass es Nutzlasten auch kurz vor dem Start integrieren kann. Diese Fähigkeit soll neue Arten von Forschungsmissionen ermöglichen, die auf lebende Proben oder empfindliche Nutzlasten angewiesen sind.
Laut Julian Rothenbuchner, CEO von Tumbleweed, geht es dem Unternehmen darum, den Zugang zum Weltraum so einfach wie möglich zu gestalten. „Wir optimieren für maximale Glaubwürdigkeit außerhalb der Raumfahrtindustrie“, erklärte er. Tumbleweed prüft derzeit Partnerschaften mit anderen Anbietern von Wiedereintrittsfahrzeugen, entwickelt aber gleichzeitig Oasis Beta, um mehr Kontrolle über die Wertschöpfungskette zu haben.
- Quelle: Payload Space