Das US-Startup Rendezvous Robotics hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 20 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Das Unternehmen entwickelt Technologien für selbstassemblierende Raumfahrzeuge. Ein erster orbitaler Test ist für April 2028 geplant.
Technologie für größere Satelliten
Die Finanzierung wurde von MaC Venture Capital und Toyota Ventures angeführt. Weitere Investoren sind unter anderem der University of Michigan Endowment und Astera Ventures. Das Unternehmen arbeitet an hexagonalen Modulen mit etwa einem Meter Durchmesser, die sich im Weltraum autonom zu größeren Strukturen zusammensetzen können.
Die Technologie basiert auf Forschungen des MIT-Programms TESSERAE unter Leitung von Mitgründer Ariel Ekblaw. Jedes Modul verfügt über Sensoren und eigene Rechenkapazitäten. Die Verbindung erfolgt durch elektromagnetische Felder im Vakuum des Weltraums.
Ursprünglich für den Bau von Raumstationen konzipiert, konzentriert sich Rendezvous Robotics nun auf Satelliten. Grund ist die wachsende Nachfrage nach leistungsfähigeren Systemen mit größeren Solarpaneelen und Antennen, die nicht mehr in herkömmlichen Raketennutzlastverkleidungen transportiert werden können.
Testmissionen und zukünftige Anwendungen
Erste Tests fanden bereits in Schwerelosigkeitsflugzeugen, auf suborbitalen Missionen und an Bord der Internationalen Raumstation statt. Im Dezember 2024 sollen 32 Module zur ISS gebracht werden. Für 2028 ist ein Test mit sieben Modulen im freien Weltraum vorgesehen.
Die Technologie ermöglicht nicht nur den Bau größerer Satelliten, sondern auch deren spätere Wartung und Konfigurationsänderungen. Defekte Module könnten ausgetauscht oder neue hinzugefügt werden. Langfristig plant das Unternehmen die Einrichtung von Depots mit Ersatzmodulen im Orbit.
Laut CEO Joe Landon könnte das System bei Schäden autonom eine optimale Konfiguration aus den verfügbaren Modulen bilden. Dies würde die Lebensdauer von Satelliten deutlich verlängern und teure Ersatzmissionen reduzieren.
- Quelle: Payload Space