Ein ukrainisches Verteidigungsunternehmen und ein dänischer Satellitenhersteller haben mit Tests eines experimentellen Kommunikationssatelliten begonnen. Der Nanosatellit Obria Nano wurde am 1. Oktober mit einer SpaceX-Trägerrakete ins All gebracht und befindet sich seitdem im Orbit.
Ziel: Unabhängiges Satellitennetz für die Ukraine
Das ukrainische Startup Himera und das dänische Unternehmen GomSpace planen den Aufbau einer eigenen Satellitenkonstellation. Diese soll die Ukraine mit Kommunikationsdiensten versorgen. Langfristig ist vorgesehen, sowohl Satelliten als auch Bodenstationen in der Ukraine zu produzieren.
Das Projekt ist eine von mindestens zwei europäischen Initiativen, die der Ukraine mehr Kontrolle über ihre Satellitenkommunikation geben sollen. Hintergrund sind jüngste Störungen bei den SpaceX-Diensten Starlink und Starshield, die sich auf militärische Operationen auswirkten.
Hintergrund: Abhängigkeit von externen Anbietern
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 ist die Ukraine stark auf die Satellitendienste von SpaceX angewiesen. Die Systeme werden für militärische Führungsnetze, Drohnenoperationen und Kommunikation in Gebieten mit zerstörter Infrastruktur genutzt.
Im Oktober kam es zu Einschränkungen der Satellitenverbindungen, die unter anderem den Betrieb ukrainischer Drohnen beeinträchtigten. Die Störungen führten zu Diskussionen über die Verantwortung, wobei SpaceX-Chef Elon Musk und US-Beamte unterschiedliche Erklärungen abgaben. Am 24. Oktober meldete die Ukraine wieder normale Betriebszustände.
Himera wurde 2022 gegründet und entwickelt sichere Funkgeräte für militärische Einsätze, auch unter Bedingungen elektronischer Kriegsführung. GomSpace mit Sitz im dänischen Aalborg produziert Kleinsatelliten und Kommunikationssysteme.
Die Unternehmen gaben keine technischen Details zum Obria Nano-Satelliten preis. Auch Informationen zur geplanten Größe der Konstellation, zur Finanzierung oder zur Kommunikationskapazität wurden nicht veröffentlicht. Beide europäischen Projekte sollen das globale Starlink-Netz nicht ersetzen, sondern ergänzen und spezielle militärische Anwendungen ermöglichen.
- Quelle: SpaceNews