Das Raumfahrtunternehmen Cowboy Space hat Pläne für eine neuartige Trägerrakete namens „Big Iron“ vorgestellt. Die Besonderheit: Die Oberstufe des Systems soll nach dem Start als orbitales Rechenzentrum mit bis zu einem Megawatt Leistung verbleiben. Laut Joseph Yaffe, COO des Unternehmens, soll damit die Energieversorgung für KI-Rechenzentren im All sichergestellt werden.
Technische Umsetzung und Zeitplan
Die Entwicklung von Big Iron setzt auf bewährte Technologien und bestehende Infrastruktur, um Kosten und Entwicklungszeit zu reduzieren. Teile des Antriebssystems wurden bereits am NASA Stennis Space Center getestet. Die Verbrennungskammer wurde von einem 30-köpfigen Team innerhalb von 90 Tagen entwickelt. Der Zeitplan liegt nach Unternehmensangaben etwa ein Jahr vor den ursprünglichen Planungen.
Die Oberstufe soll nach dem Aussetzen in einer sonnensynchronen Umlaufbahn verbleiben. Jedes dieser orbitalen Module wird Abmessungen von 132 mal 73 Metern haben und mit fünf Racks voller NVIDIA Vera Rubin GPUs bestückt sein. Viele Komponenten der Rakete sind für eine Doppelnutzung ausgelegt – sie erfüllen sowohl beim Start als auch im Orbit Funktionen.
Weitere Projekte und regulatorische Hürden
Bereits am 1. Oktober startete Cowboy Space den Technologiesatelliten Reason-1 als Mitflugnutzlast auf einer SpaceX Falcon 9. In den kommenden Wochen sollen erste Tests mit Laser-Energieübertragung durchgeführt werden. Für 2027 ist der Start von Reason-2 geplant, der GPU-Rechenleistung für kommerzielle und staatliche Kunden bereitstellen soll, darunter auch für Wetterdatenauswertung der NOAA.
Der Erstflug von Big Iron ist für 2028 vorgesehen. Langfristig plant Cowboy Space die Stationierung einer Konstellation namens Stampede mit bis zu 20.000 Satelliten, sofern die FCC die notwendigen Genehmigungen erteilt. Parallel dazu bietet das Unternehmen über das Programm Big Iron Express Startkapazitäten für externe Nutzlasten an, die hohe Energiemengen im Orbit benötigen.
- Quelle: Payload Space