Bild: NASA
Bild: NASA

NASA beendet Swift-Mission nach fast 22 Jahren

Die NASA hat die wissenschaftliche Mission des Neil Gehrels Swift Observatory offiziell beendet. Grund ist die zu niedrige Umlaufbahn des Satelliten, die nun unter 275 Kilometer gesunken ist. Die erhöhte atmosphärische Reibung in dieser Höhe verhindert stabile Beobachtungen astronomischer Ziele. Die letzte Beobachtung erfolgte am 20. Oktober 2026. In den kommenden Wochen wird der Satellit in der Erdatmosphäre verglühen.

Wissenschaftliche Erfolge der Mission

Das Swift-Observatorium war ursprünglich für eine zweijährige Primärmission konzipiert, blieb aber über 20 Jahre lang wissenschaftlich aktiv. Die Mission dokumentierte mehr als 2.000 Gammastrahlenausbrüche, die energiereichsten Explosionen im Universum. Zusätzlich wurden 1.400 Supernovae untersucht, aktive Galaxien überwacht und ein vollständiger Himmelsatlas im Röntgenbereich erstellt. Die gesammelten Daten bilden die Grundlage für etwa 7.000 wissenschaftliche Publikationen.

Ein besonderer Fokus lag auf der Erforschung kurzer Gammastrahlenausbrüche, die weniger als zwei Sekunden andauern. Swift konnte erstmals Nachleuchten dieser extrem schnellen Ereignisse nachweisen, was theoretische Modelle bestätigte. Diese Ausbrüche entstehen vermutlich bei der Kollision zweier Neutronensterne.

Technische Besonderheiten und Nachlass

Das Observatorium war speziell für schnelle Reaktionen ausgelegt. Innerhalb einer Minute nach der Detektion eines Ausbruchs konnte Swift die Position bestimmen, andere Observatorien informieren und selbst mit seinen Teleskopen die Quelle beobachten. Ein flexibles Planungssystem ermöglichte bis zu 75 unabhängige Beobachtungsziele pro Tag.

Der vollständige Datensatz der Mission umfasst etwa 12 Terabyte und steht der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung. Dazu gehören mehr als 1,5 Millionen Aufnahmen des Ultraviolett-/Optischen Teleskops sowie Langzeitmessungen kosmischer Ausbrüche über den gesamten Wellenlängenbereich.

Die NASA prüft derzeit Optionen, um die Fähigkeit zu schnellen Beobachtungen kosmischer Ereignisse auch nach dem Ende der Swift-Mission aufrechtzuerhalten. Dabei kommen bestehende Teleskope und mögliche neue Missionen in Betracht.