Van Goghs „Sternennacht“ zeigt den Himmel vom 22. Juli 1889

Forscher haben möglicherweise den genauen Nachthimmel identifiziert, der in Vincent van Goghs berühmtem Gemälde „Sternennacht“ dargestellt ist. Die Studie legt nahe, dass das Werk den Himmel in der Morgendämmerung des 22. Juli 1889 in Saint-Rémy-de-Provence zeigt, wo Van Gogh das Bild malte.

Astronomische Analyse des Gemäldes

Ein Team unter der Leitung von Elijah Jeong-hyun Kim, CEO des südkoreanischen Roboter-Teleskop-Unternehmens SLLAB und Doktorand an der Kyung Hee University, führte eine detaillierte astronomische Untersuchung durch. Sie analysierten das Gemälde mit modernen Methoden, darunter die Procrustes-Analyse, die die Form von Sternkonstellationen vergleicht. Diese Methode ermöglichte es, die Ähnlichkeit zwischen den Sternen im Gemälde und den tatsächlichen Himmelskonstellationen quantitativ zu bewerten.

Die Forscher untersuchten auch historische Dokumente und Briefe von Van Gogh, um weitere Hinweise zu erhalten. Ein Brief vom April 1888 zeigt, dass Van Gogh den Wunsch hatte, einen sternenübersäten Himmel zu malen. Ein weiterer Brief aus dem Mai/Juni 1889 beschreibt, wie Van Gogh den Morgenstern beobachtete, was auf sein Interesse an nächtlichen Himmelsphänomenen hinweist.

Diskrepanz zwischen Datierung und historischer Annahme

Die Studie stellt die bisherige Annahme infrage, dass das Gemälde im Juni entstanden ist. Die astronomische Analyse zeigt, dass der dargestellte Himmel eher dem Juli entspricht. Die Forscher schlagen vor, dass Van Gogh die Idee im Juni entwickelte, das Gemälde jedoch erst nach dem 22. Juli vollendete.

Kunsthistoriker haben bereits festgestellt, dass „Sternennacht“ stilistisch von anderen Werken Van Goghs aus dem Juni abweicht. Diese Beobachtung unterstützt die These, dass das Gemälde später entstanden sein könnte. Die Studie regt weitere Untersuchungen in der Kunstgeschichte und Konservierungswissenschaft an, um die genaue Entstehungszeit zu klären.

  • Quelle: Space.com