Hewlett Packard Enterprise (HPE) wird ein KI-Computermodul für den Einsatz auf dem Mond bereitstellen. Das System mit der Bezeichnung Spaceborne Computer-4 soll noch in diesem Jahr an Bord des FLIP-Rovers von Astrolab starten.
Technische Anwendungen auf dem Mond
Das Modul wird während der Mission verschiedene KI-Anwendungen testen, darunter die Verarbeitung von Sprachmodellen, visuellen Daten und LiDAR-Informationen. Zusätzlich sind autonome Überwachungsfunktionen geplant. Die NASA und das Beratungsunternehmen Deloitte werden ebenfalls KI-Workloads auf dem System ausführen.
HPE unterstützt die Mission auch von der Erde aus durch spezielle Software in Astrolabs Missionskontrollzentrum. Diese soll die Datenauswertung optimieren und die automatisierten Prozesse verwalten. Ziel ist es, Grundlagen für zukünftige Mondmissionen zu schaffen, die verstärkt auf Edge Computing setzen.
Laut Mark Fernandez, Chief Scientist für Raumfahrttechnologien bei HPE, geht es darum, dem Rover die Fähigkeit zu geben, gesammelte Daten direkt vor Ort auszuwerten, anstatt sie komplett zur Erde zu übertragen. Dies könnte die Kommunikationsverbindungen entlasten und schnellere Erkenntnisse ermöglichen.
Entwicklung der Spaceborne-Computer-Serie
Spaceborne Computer-4 ist bereits das vierte Modell dieser Reihe. Die Vorgängerversionen wurden zwischen 2017 und 2024 auf der Internationalen Raumstation (ISS) getestet. Diese Missionen dienten zunächst dem Nachweis, dass handelsübliche Computerkomponenten im Weltraum funktionieren. Später standen Leistungssteigerungen und KI-Fähigkeiten im Fokus.
Im Gegensatz zu den ISS-Modellen wird Computer-4 erstmals im Vakuum des Weltraums außerhalb einer Raumstation operieren. Die Erfahrungen aus diesem Einsatz sollen helfen, zuverlässige und skalierbare KI-Anwendungen für zukünftige Mondmissionen zu entwickeln.
Parallel zu diesen Entwicklungen arbeitet die japanische Raumfahrtagentur JAXA an Navigationslösungen für den Mond, da herkömmliche GPS-Technologie dort nicht verfügbar ist. Gleichzeitig wächst das Interesse an KI-Anwendungen im Weltraum, wobei Fragen nach Kontrollmechanismen für solche Systeme noch offen sind.
- Quelle: Payload Space