Im Jahr 2026 dokumentieren NASA-Satelliten ein außergewöhnliches El-Niño-Ereignis, das als das stärkste seit 1950 eingestuft wird. El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen, das alle zwei bis sieben Jahre auftritt und durch ungewöhnlich warme Wassertemperaturen im äquatorialen Pazifik gekennzeichnet ist. Die NASA verfolgt die Entwicklung dieses Ereignisses mit Hilfe von Satellitendaten, die Veränderungen der Meeresoberflächentemperatur, der Meereshöhe und der Ozeanfarbe erfassen.
Veränderungen der Meereshöhe
Ein frühes Anzeichen für das El-Niño-Ereignis im Jahr 2026 war die Beobachtung einer sogenannten Kelvin-Welle im Januar. Diese langsam wandernden Wasserpulse transportieren Wärme von Westen nach Osten durch den Pazifik. Die warmen Wassermassen führen zu einem Anstieg der Meereshöhe im östlichen Pazifik, während sie in Regionen wie Indonesien und Nordaustralien niedriger als üblich sind. Satelliten wie Sentinel-6 messen diese Veränderungen mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern.
Bis April 2026 hatten die Kelvin-Wellen den östlichen Pazifik erreicht, wodurch die Meereshöhe in einigen Gebieten um bis zu 30 bis 40 Zentimeter anstieg. Diese Daten werden kontinuierlich seit 1993 mit Hilfe von Satellitenaltimetrie erfasst und liefern wichtige Erkenntnisse über die Dynamik des Ozeans.
Erwärmung der Pazifischen Gewässer
Ein weiteres Merkmal von El Niño ist die Erwärmung der Meeresoberflächentemperaturen. Im Jahr 2026 lagen die Temperaturen im östlichen Pazifik bereits etwa 1,7 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt. Satelliten mit Mikrowellen- und Infrarotradiometern erfassen diese Veränderungen und zeigen eine ausgedehnte Zone warmer Gewässer, die sich von der Mitte des Pazifiks bis zur Küste Südamerikas erstreckt.
Die Erwärmung des Ozeans beeinflusst weltweite Wetterbedingungen. Die über dem Wasser erwärmte Luft transportiert Wärme und Feuchtigkeit in die Atmosphäre, was zu veränderten Niederschlagsmustern führt. Dies hat Auswirkungen auf Landwirtschaft, Waldbrände und Küstengemeinden weltweit.
Veränderungen der Ozeanfarbe
El Niño beeinflusst auch die Farbe des Ozeans. Die warmen Gewässer führen zu einer Abnahme von Phytoplankton, mikroskopisch kleinen Pflanzen, die normalerweise in kühlen, nährstoffreichen Gewässern gedeihen. Die NASA-Satellitenmission PACE (Plankton, Aerosol, Cloud, ocean Ecosystem) dokumentiert diese Veränderungen, indem sie subtile Farbverschiebungen im Pazifik erfasst. Während der El-Niño-Phase wird das Wasser entlang des Äquators messbar blauer, da die Phytoplankton-Konzentration abnimmt.
- Quelle: NASA’s Scientific Visualization Studio
- Quelle: National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)