Astronomen entdecken ersten grünen Stern

Ein internationales Forscherteam hat den ersten bekannten grünen Stern entdeckt. Es handelt sich um den Weißen Zwerg WD J1330+6435, der sich etwa 326 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet. Die ungewöhnliche Färbung entsteht durch die Absorption von orangem Licht durch Natrium in der Atmosphäre des Sterns, was ein grünliches Leuchten hinterlässt.

Weiße Zwerge und ihre Farben

Weiße Zwerge sind die Überreste von Sternen mit einer Masse ähnlich der Sonne, die ihren Brennstoff verbraucht haben. Normalerweise erscheinen sie weiß oder bläulich, da ihre Farbe hauptsächlich von ihrer Temperatur abhängt. Die neue Studie zeigt jedoch, dass Weiße Zwerge eine breitere Palette von Farben annehmen können, wenn sie Material von umgebenden Planeten oder Asteroiden aufnehmen.

Die Forscher fanden heraus, dass die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre eines Weißen Zwergs seine Farbe beeinflusst. Beispielsweise können kohlenstoffreiche Weiße Zwerge rosa oder violett erscheinen, während solche mit Überresten von Planetensystemen eher gelblich sind. Weiße Zwerge mit gemischten Wasserstoff-Helium-Atmosphären leuchten oft cyan oder bläulich.

Der grüne Weiße Zwerg WD J1330+6435

Der grüne Weiße Zwerg WD J1330+6435 hat seine Farbe durch die Aufnahme von Gesteinsmaterial von einem nahen Planeten erhalten. Dies führte zu einer Anreicherung von Kalzium, Lithium und Natrium in seiner Atmosphäre. Das Natrium absorbiert dabei den orangen Teil des Lichtspektrums, wodurch das charakteristische grüne Leuchten entsteht.

Laut Mark Hollands von der University of Warwick ist dies der erste glaubwürdig berichtete grüne Stern. „Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf einem Planeten und blicken zu einem grünen Stern empor. Es fühlt sich an wie etwas aus der Science-Fiction“, sagte Hollands.

Die Studie wurde am 14. Oktober im Journal RAS Techniques and Instruments veröffentlicht. Die Forscher schätzen, dass etwa einer von 30 Weißen Zwergen eine ungewöhnliche Farbe aufweist. Dennoch bleibt Weiß die häufigste Farbe dieser stellaren Überreste.

  • Quelle: Studie veröffentlicht in RAS Techniques and Instruments
  • Quelle: Statement von Mark Hollands, University of Warwick