Langanhaltender Röntgenblitz deutet auf Kollision zweier Neutronensterne hin

Astronomen haben einen ungewöhnlichen Röntgenausbruch beobachtet, der auf die Kollision zweier Neutronensterne hindeutet. Das Ereignis mit der Bezeichnung EP250704a wurde am 4. Juli 2025 registriert. Es begann mit einem Gammablitz von einer halben Sekunde Dauer, gefolgt von einer zehnminütigen Röntgenemission.

Beobachtungen mit Teleskopen weltweit

Nach der Entdeckung durch die europäisch-chinesische Raumsonde Einstein Probe untersuchten Forscher das Nachleuchten der Explosion mit verschiedenen Teleskopen. Dazu gehörten das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte und das Very Large Array (VLA). Die Daten zeigen, dass es sich um den längsten jemals beobachteten Röntgenblitz nach einer Neutronensternkollision handelt.

Neutronensterne entstehen, wenn massereiche Sterne in Supernova-Explosionen vergehen. Sie weisen extreme Dichten auf – ein Teelöffel ihrer Materie würde auf der Erde etwa 10 Millionen Tonnen wiegen. Bei Kollisionen solcher Objekte entstehen schwere Elemente wie Gold, Silber und Platin.

Magnetare als mögliche Ursache

Die Forscher vermuten, dass an der beobachteten Kollision mindestens ein Magnetar beteiligt war. Magnetare sind Neutronensterne mit extrem starken Magnetfeldern und schneller Rotation. Sie könnten für die ungewöhnlich lange Dauer des Röntgenblitzes verantwortlich sein.

Die Wissenschaftler schlossen eine Supernova als Ursache aus. Die Lichtsignale der Kollision waren etwa sechs Milliarden Jahre zur Erde unterwegs. Weitere Beobachtungen solcher Ereignisse könnten Aufschluss darüber geben, wie häufig Magnetare durch Neutronensternverschmelzungen entstehen.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachjournal Science Bulletin veröffentlicht.