Bild: NASA
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Amazon steht vor dem Start seines Satelliteninternets

Amazon hat den Bau seines 1.000 Satelliten für die Leo-Konstellation abgeschlossen und bereitet sich auf den kommerziellen Start des Dienstes vor. Das Unternehmen tritt damit in einen Markt ein, der bisher von SpaceX mit dessen Starlink-Netzwerk dominiert wurde. Die Leo-Konstellation soll Breitbandinternet aus dem niedrigen Erdorbit anbieten und richtet sich sowohl an Privatkunden als auch an Unternehmen und Regierungen.

Wettbewerb im Satelliteninternet-Markt

Bisher war SpaceX mit Starlink der führende Anbieter von Satelliteninternet. OneWeb bietet nur begrenzte Dienste an, wodurch Amazon als einziger ernsthafter Konkurrent für eine globale Abdeckung gilt. Rajeev Badyal, der die Breitbandaktivitäten bei Amazon leitet, wurde vor acht Jahren von SpaceX entlassen, weil er bei der Entwicklung von Starlink zu vorsichtig vorging. Nun steht er an der Spitze von Amazons Satellitenprojekt.

Amazon hat in seiner Fabrik in Kirkland, Washington, die Produktion von Satelliten massiv hochgefahren und kann mittlerweile mehrere Satelliten pro Tag bauen. Die ersten Leo-Satelliten sollen mit der Vulcan-Rakete ins All gebracht werden. Ein weiterer Vulcan-Start mit zusätzlichen Satelliten ist noch für dieses Jahr geplant.

Herausforderungen der Satellitenkoordination

Mit der zunehmenden Anzahl von Satelliten im niedrigen Erdorbit wächst auch das Risiko von Kollisionen. SpaceX hat mehr als 11.000 Starlink-Satelliten im Orbit, was etwa zwei Drittel aller aktiven Satelliten in dieser Umlaufbahn ausmacht. Hinzu kommen Pläne für weitere Megakonstellationen, darunter Amazons Leo-Netzwerk und chinesische Projekte.

Michael Nicolls, Vizepräsident von SpaceX für Starlink, forderte auf dem International Astronautical Congress in der Türkei eine bessere Koordination und Datenaustausch zwischen Satellitenbetreibern. Bisher gibt es keine globalen Verträge oder Vorschriften, die Satellitenbetreiber zur Weitergabe von Positionsdaten oder zur Koordination von Manövern verpflichten. Ohne klare Regeln liegt es an Regierungen und Unternehmen, Normen für das Verhalten im Orbit festzulegen.

SpaceX und andere westliche Betreiber deorbitieren ihre Raketen und Satelliten am Ende ihrer Missionen, um zusätzlichen Weltraumschrott zu vermeiden. Dennoch bleibt das Risiko von Kollisionen bestehen, insbesondere bei der zunehmenden Anzahl von Satelliten. Eine verbesserte Überwachung und Koordination im Orbit ist daher entscheidend, um die Sicherheit und Nachhaltigkeit der Raumfahrt zu gewährleisten.