US-Militär beendet langjähriges Programm zur Erkennung von Raketenstarts

Das US-Militär hat ein langjähriges Programm zur Erkennung von Raketenstarts eingestellt. Das sogenannte „Defense Support Program“ (DSP) wurde im November 1970 mit dem Start eines Satelliten an Bord einer Titan IIIC-Rakete von der damaligen Cape Canaveral Air Force Station ins Leben gerufen. Die Satelliten des Programms dienten der Erkennung von Raketenstarts, insbesondere von nuklearen Interkontinentalraketen (ICBMs), und waren ein zentraler Bestandteil der amerikanischen Militärpräsenz im Weltraum während des Kalten Krieges.

Entwicklung und Einsatz des Defense Support Program

Die ersten Satelliten des DSP hatten eine Masse von etwa einer Tonne und waren mit rund 2.000 Infrarotdetektoren ausgestattet. Sie wurden in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht und dienten als hochsensible Teleskope zur kontinuierlichen Überwachung der Erde. Ursprünglich entwickelt, um sowjetische ICBMs zu erkennen, wurden sie später auch in konventionellen Konflikten eingesetzt, wie beispielsweise zur Identifizierung von irakischen Scud-Raketen während des Golfkriegs.

Im Laufe der Jahre wurde das DSP weiterentwickelt. Die späteren Satelliten hatten eine Masse von etwa 2,5 Tonnen und waren mit über 6.000 Infrarotdetektoren ausgestattet. Die Zuverlässigkeit und die Fähigkeiten der Satelliten wurden kontinuierlich verbessert. Der letzte Satellit des Programms, DSP-23, wurde im Jahr 2007 gestartet. Einige der Satelliten blieben bis vor kurzem im Einsatz.

Ende eines Ära und Übergang zu neuen Technologien

Das Defense Support Program wurde im Oktober 2026 offiziell eingestellt. Die Technologie, die in den 1970er Jahren entwickelt wurde, hat sich überholt, und das US-Militär setzt nun auf modernere Systeme zur Erkennung von Raketenstarts. Die Nachfolgesysteme bieten eine höhere Genauigkeit und eine schnellere Reaktionszeit, was angesichts der heutigen Bedrohungslage entscheidend ist.

Die Cape Canaveral Air Force Station, von der aus die ersten DSP-Satelliten gestartet wurden, ist heute als Cape Canaveral Space Force Station bekannt. Die Startrampe 40, die einst für Titan-Raketen genutzt wurde, wird seit 2005 von SpaceX betrieben. Das Unternehmen hat sich zu einem wichtigen Akteur in der Raumfahrt entwickelt und führt regelmäßig Starts für das US-Militär und andere Kunden durch.