Der aktuelle Stand des russischen Raumschiffsprojekts Orel

Vor zwei Jahrzehnten begannen Russland und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) Gespräche über die Zusammenarbeit an einem neuen bemannten Raumschiff. Damals war geplant, dass Europa ein Servicemodul für eine russische Kapsel bereitstellen sollte, die bis zu sechs Personen transportieren könnte. Die ESA entschied sich jedoch gegen die Weiterverfolgung eines eigenen bemannten Raumfahrtprogramms, während Russland unter der Leitung von Roscosmos beschloss, das Projekt allein fortzuführen.

Die Entwicklung des Projekts

Das Projekt hat im Laufe der Jahre mehrere Namensänderungen und Konzeptanpassungen durchlaufen. Ursprünglich wurde es unter dem Namen PPTS (Perspektivnaya Pilotiruemaya Transportnaya Sistema) bekannt, später als PTK NP (Pilotiruyemy Transportny Korabl Novogo Pokoleniya) bezeichnet. Im Jahr 2016 wurde nach einem öffentlichen Wettbewerb der Name „Federatsiya“ (Föderation) gewählt. Im September 2019 erfolgte eine erneute Umbenennung in „Orel“ (Adler), während Dmitry Rogozin die Leitung von Roscosmos innehatte.

Trotz der zahlreichen Namensänderungen und der Veröffentlichung von Konzeptgrafiken bleibt die Frage, ob das Projekt tatsächlich Fortschritte gemacht hat. Seit dem Beginn der Planungen vor fast 20 Jahren gab es nur begrenzte Fortschritte in der Hardware-Entwicklung. Das Orel-Raumschiff soll die bisherige Sojus-Klasse ersetzen und sowohl für Missionen zur Internationalen Raumstation (ISS) als auch für zukünftige Mondmissionen eingesetzt werden.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Bislang wurden nur wenige konkrete Schritte in Richtung einer realen Umsetzung des Orel-Projekts unternommen. Die Entwicklung wurde durch technische Herausforderungen, Budgetbeschränkungen und organisatorische Veränderungen innerhalb von Roscosmos verzögert. Obwohl das Raumschiff als Nachfolger der Sojus-Kapseln vorgesehen ist, bleibt unklar, wann es tatsächlich einsatzbereit sein wird.

Die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos, die 1992 gegründet wurde, steht vor der Aufgabe, das Projekt trotz dieser Hindernisse voranzutreiben. Die langen Verzögerungen und die mangelnde Transparenz haben jedoch Zweifel an der Realisierbarkeit des Orel-Raumschiffs aufkommen lassen.