Längere Raumfluchtmissionen erhöhen Hüftfrakturrisiko bei Astronauten

Eine Studie in den Mayo Clinic Proceedings zeigt, dass Astronauten nach Raumflügen von über 90 Tagen ein erhöhtes Risiko für Hüftfrakturen haben. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer erweiterten Überwachung der langfristigen Knochengesundheit von Raumfahrern.

Langzeitfolgen der Schwerelosigkeit

Muskel- und Knochenschwund durch die Mikrogravitation im Weltraum ist bei Astronauten bekannt. Die aktuelle Untersuchung weist nun auf ein konkretes Risiko erhöhter Frakturanfälligkeit hin. Besonders betroffen sind Hüftknochen, wobei die Frakturen bei Astronauten in jüngerem Alter auftreten als in der Normalbevölkerung.

Dr. Jean D. Sibonga von der NASA betont, dass Astronauten die Auswirkungen des Knochenschwunds oft nicht unmittelbar spüren. Nach der Rückkehr zur Erde nehmen sie häufig anspruchsvolle körperliche Aktivitäten wieder auf, ohne die zugrundeliegenden Skelettveränderungen zu berücksichtigen.

Studiendesign und Ergebnisse

Die Forscher analysierten Frakturdaten von US-Astronauten mittels Bayesscher Wahrscheinlichkeitsmodelle. Während die allgemeine Frakturrate nicht erhöht war, zeigte sich speziell bei Hüftfrakturen nach Langzeitmissionen ein signifikanter Anstieg. Die Frakturen traten zudem deutlich früher auf als bei Nicht-Astronauten.

Dr. Moshe Gertzulin vom Hospital for Special Surgery in New York wertet dies als klinischen Beleg für langfristige Folgen des Knochenschwunds im Weltraum. Die NASA hat bereits begonnen, quantitative Computertomographie-Scans vor und nach Missionen einzusetzen, um detailliertere Knochenanalysen durchzuführen.

Als Gegenmaßnahmen werden präventive Strategien diskutiert, darunter medikamentöse Therapien, spezielle Trainingsprogramme und Ernährungsanpassungen. Ziel ist es, die Knochengesundheit der Astronauten vor der Mission zu erhalten und den Verlust während des Raumflugs zu minimieren.

  • Quelle: Increased Rates of Hip Fractures Associated With Longer Spaceflight Durations, Mayo Clinic Proceedings (2026). DOI: 10.1016/j.mayocp.2026.06.025
  • Journal information: Mayo Clinic Proceedings
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