Meridian Space trennt sich von SpinLaunch

Das kalifornische Unternehmen SpinLaunch, bekannt für die Entwicklung eines kinetischen Startsystems, hat sich von seiner Satellitenkommunikationssparte Meridian Space getrennt. Beide Unternehmen werden nun unabhängig voneinander agieren. Meridian Space wird sich auf die Entwicklung von Satcom-Infrastruktur konzentrieren, während SpinLaunch weiterhin an kostengünstigen Starttechnologien arbeitet, insbesondere für Anwendungen im Bereich Hypersonik und für die lunare Wirtschaft.

Erster Weltraumtest von Meridian Space

Die Trennung erfolgt kurz vor dem ersten Weltraumtest von Meridian Space, der voraussichtlich am 1. Oktober 2023 im Rahmen der SpaceX-Mission Transporter-18 stattfinden soll. Dabei soll die firmeneigene Reflect-Array-Technologie demonstriert werden, die weniger Energie als herkömmliche Satcom-Nutzlasten verbraucht. Durch den geringeren Energiebedarf und die kompakte Bauweise können Satelliten kleiner und leichter konstruiert werden, was Kosteneinsparungen ermöglicht.

Langfristiges Ziel von Meridian Space ist es, die Reflect-Array-Antenne auf flachen Satellitenplattformen einzusetzen, um eine Konstellation von über 250 Satelliten mit nur einem dedizierten Start ins All zu bringen. Kurzfristig bietet das Unternehmen jedoch auch die Möglichkeit, die Nutzlast auf herkömmlichen Cubesat-Plattformen zu betreiben. Dieses Programm, genannt Meridian Express, könnte bereits im nächsten Jahr startbereit sein.

Zielgruppen und Zukunftsperspektiven

Meridian Space konzentriert sich auf Kunden wie Regierungen, regionale Betreiber und Telekommunikationsunternehmen, die eigene Satcom-Netzwerke betreiben möchten. Das Unternehmen bietet eine Alternative zu globalen Netzwerken wie SpaceX Starlink oder Amazon Leo sowie zu kostspieligen Eigenentwicklungen. Die Technologie von Meridian Space ist so konzipiert, dass sie von Partnern leicht implementiert werden kann. Ein erstes Abkommen wurde bereits mit NanoAvionics geschlossen, um Satelliten auf deren Plattformen zu bauen.

SpinLaunch plant, in naher Zukunft weitere Details zu seinen Projekten bekannt zu geben. Ein kürzlich erteiltes Patent deutet darauf hin, dass das Unternehmen kinetische Startsysteme für den Einsatz auf Himmelskörpern mit dünner Atmosphäre entwickelt, was auf zukünftige Anwendungen auf dem Mond oder in der Tiefraumforschung hindeutet.