NASA plant PRIMA: Neues Infrarot-Weltraumteleskop für die 2030er Jahre

Die NASA hat grünes Licht für die Entwicklung des PRIMA-Weltraumteleskops gegeben. Der Start ist für Anfang der 2030er Jahre vorgesehen. PRIMA steht für „Probe far-Infrared Mission for Astrophysics“ und wird das erste Teleskop der neuen „Probe Explorer“-Klasse sein.

Neue Missionklasse zwischen Explorern und Flaggschiffen

Die US-Raumfahrtbehörde etabliert mit den Probe Explorern eine neue Kategorie von Weltraumobservatorien. Diese soll eine Mittelposition zwischen kostengünstigen Explorer-Missionen und teuren Flaggschiffprojekten einnehmen. Während Explorer-Missionen typischerweise mit einigen hundert Millionen Dollar budgetiert sind, erreichen Flaggschiffe wie das Nancy Grace Roman Space Telescope Kosten von über vier Milliarden Dollar.

Die Idee für die Probe Explorer-Klasse stammt aus Empfehlungen eines unabhängigen Wissenschaftsgremiums. Nach mehrjährigen Studien hat sich die NASA nun für die Umsetzung entschieden, obwohl das Wissenschaftsbudget der Behörde unter der vorherigen US-Regierung unter Druck stand.

AXIS als gescheiterter Konkurrent

Ursprünglich standen zwei Missionen im Wettbewerb um die erste Probe Explorer-Förderung. Neben PRIMA wurde das Röntgenteleskop AXIS erwogen. Die NASA entschied sich gegen AXIS, nachdem Studien ergaben, dass das Projekt weder Zeit- noch Budgetvorgaben einhalten könnte. Verantwortliche des AXIS-Projekts führten dies auf Probleme am federführenden Goddard Space Flight Center in Maryland zurück.

PRIMA wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Kalifornien geleitet. Das JPL befindet sich derzeit in einer institutionellen Krise mit wenigen aktiven Missionsentwicklungen und Personalabbau. Dennoch erhielt das PRIMA-Projekt den Zuschlag. Das Infrarotteleskop soll astrophysikalische Forschung in bisher unerreichter Qualität ermöglichen, ohne die Budgets großer Flaggschiffmissionen zu benötigen.