NASA-Chef äußert Bedenken über chinesische Mondmissionen am Südpol

Die NASA hat Bedenken geäußert, dass China den Zugang zu bestimmten Gebieten am lunaren Südpol einschränken könnte. Dies wurde von NASA-Administrator Jared Isaacman während der Off World-Konferenz in Houston deutlich gemacht. Hintergrund ist die geplante chinesische Mission Chang’e 7, die ursprünglich für dieses Jahr vorgesehen war, jedoch auf Anfang nächsten Jahres verschoben wurde.

Zielgebiet: Shackleton-Krater

Die Chang’e 7-Mission zielt auf den Shackleton-Krater am lunaren Südpol ab, ein Gebiet, das auch für die NASA von großem Interesse ist. Der Krater ist aufgrund seiner permanent beschatteten Regionen, sogenannter „Kältefallen“, besonders attraktiv. Dort wird vermutet, dass sich über Milliarden von Jahren Wassereis und andere nützliche Materialien angesammelt haben könnten. Diese Ressourcen sind entscheidend für langfristige Mondmissionen und zukünftige Erkundungen des Sonnensystems.

Isaacman äußerte die Sorge, dass China durch die Mission Chang’e 7 den Zugang zu diesen strategisch wichtigen Gebieten einschränken könnte. Die Mission verfügt über Rover und Hopperdrohnen, die eine hohe Mobilität auf der Mondoberfläche ermöglichen. Diese Technologien könnten es China erlauben, bestimmte Gebiete zu kontrollieren und den Zugang für andere Nationen zu beschränken.

Langfristige Ziele und internationale Spannungen

Beide Länder, die USA und China, sehen den lunaren Südpol als Schlüsselregion für die Errichtung einer dauerhaften Präsenz auf dem Mond. Diese Präsenz soll als Sprungbrett für weitere Erkundungen des Sonnensystems dienen, insbesondere für bemannte Missionen zum Mars. Isaacman betonte, dass China durch die Erforschung des Wassereises am Südpol wichtige Techniken für zukünftige Marsmissionen erlernen möchte.

Die Verschiebung der Chang’e 7-Mission könnte laut Isaacman eine Chance für die NASA bieten, ihre eigenen Pläne für den lunaren Südpol voranzutreiben. Dennoch bleibt die Sorge bestehen, dass China durch seine Aktivitäten am Mond den Zugang zu wichtigen Ressourcen und Gebieten einschränken könnte. Dies könnte zu internationalen Spannungen führen und die Zusammenarbeit in der Raumfahrt erschweren.