Bild: NASA
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Apollo-11-Probenbeutel mit Mondstaub versehentlich für 995 US-Dollar versteigert

Im Jahr 2015 ersteigerte eine Privatperson einen historischen Beutel der Apollo-11-Mission für weniger als 1.000 US-Dollar. Das Stück enthielt noch originale Mondstaubpartikel und wurde später für 1,8 Millionen US-Dollar weiterverkauft.

Verwechslung bei US-Regierungsauktion

Die US Marshals Service versteigerten im Februar 2015 einen weißen Reißverschlussbeutel mit der Aufschrift „Lunar Sample Return“. Nancy Lee Carlson aus Illinois erhielt den Zuschlag für 995 US-Dollar. Ursprünglich stammte der Beutel aus dem Besitz von Max Ary, dem ehemaligen Leiter des Kansas Cosmosphere and Space Center. Ary war 2005 wegen Diebstahls von Regierungseigentum verurteilt worden.

Bei der Inventarisierung der beschlagnahmten Gegenstände kam es zu einem Fehler: Zwei Mondprobenbeutel wurden in der Auflistung fälschlicherweise zusammengeführt. Einer stammte von Apollo 17, der andere von der historischen Apollo-11-Mission. Dieser Beutel war bei der ersten Mondlandung 1969 im Einsatz gewesen.

Rechtstreit und Weiterverkauf

Carlson ließ den Beutel von der NASA authentifizieren. Tests bestätigten, dass es sich um das äußere Dekontaminationsbehältnis für die ersten Mondgesteinsproben handelte, die Neil Armstrong gesammelt hatte. Die NASA behielt den Beutel zunächst ein, da sie ihn als öffentliches Eigentum betrachtete.

Nach einem Gerichtsverfahren erhielt Carlson den Beutel 2017 zurück. Sie versteigerte ihn am 20. Juli 2017 bei Sotheby’s – genau 48 Jahre nach der Mondlandung. Der Verkaufserlös betrug 1,8 Millionen US-Dollar inklusive Aufgeld, unterhalb der Schätzung von 2-4 Millionen US-Dollar.

Die NASA hatte bei den Tests Mondstaubpartikel auf Probenträger übertragen. Diese wurden 2022 bei Bonhams für 504.375 US-Dollar versteigert. Analysen bestätigten, dass vier der fünf Proben Partikel von Armstrongs erster Gesteinsprobe enthielten.

Die NASA verwahrt den Großteil der 382 Kilogramm Mondmaterial, das während der Apollo-Missionen gesammelt wurde. Der Fall zeigt jedoch, wie durch administrative Fehler historische Raumfahrtartefakte in private Hände gelangen können.