Interstellarer Komet 3I/ATLAS entstand fernab seines Heimatsterns

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde der Komet 3I/ATLAS als drittes bekanntes interstellares Objekt entdeckt, das unser Sonnensystem durchquerte. Astronomen haben nun neue Erkenntnisse über seine Herkunft gewonnen. Durch die Untersuchung geladener Partikel in seinem Schweif konnten sie feststellen, dass 3I/ATLAS einen höheren Stickstoffgehalt aufweist als typische Kometen aus unserem Sonnensystem. Dies gibt Aufschluss über die Entstehungsbedingungen des Kometen.

Spektroskopische Analyse mit dem WEAVE-Instrument

Ein Forscherteam unter der Leitung von Lea Ferellec von der Northumbria University nutzte das William Herschel Telescope auf den Kanarischen Inseln. Mit dem WEAVE-Instrument, einem faseroptischen Spektrografen, konnten sie die Zusammensetzung des Kometenschweifs analysieren. Spektroskopie ermöglicht es, Licht in sein Spektrum zu zerlegen und charakteristische Fingerabdrücke verschiedener chemischer Elemente zu identifizieren. Im Gegensatz zu früheren Studien, die sich auf die Koma des Kometen konzentrierten, untersuchte das Team diesmal die geladenen Ionen im Schweif.

Die Analyse ergab, dass der Schweif von 3I/ATLAS Stickstoff, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid enthält. Das Verhältnis von Stickstoff zu Kohlenmonoxid deutet darauf hin, dass der Komet in extrem kalten Bedingungen entstanden ist, fernab seines Heimatsterns. Die Forscher schätzen, dass die Entstehungstemperatur unter -240°C lag. Dies legt nahe, dass 3I/ATLAS in den äußeren Regionen eines fernen Sternsystems gebildet wurde, wo kaum Licht des Sterns hinfiel.

Einblicke in die Planetenentstehung

Die Untersuchung interstellare Objekte wie 3I/ATLAS bietet seltene Einblicke in die Entstehung von Planeten um andere Sterne. Ferellec betont, dass jedes dieser Objekte dazu beiträgt, unser Verständnis der Planetenbildung zu erweitern. Die Ergebnisse der Studie wurden am 7. September in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht.