Mount Wingen: Der älteste bekannte brennende Kohleflöz der Welt

Unter dem Mount Wingen im australischen Bundesstaat New South Wales schwelt seit mindestens 5.500 Jahren ein Kohleflöz. Das als „Burning Mountain“ bekannte Phänomen bewegt sich mit etwa einem Meter pro Jahr in südlicher Richtung durch den Berg.

Geologische Besonderheiten eines unterirdischen Feuers

Der brennende Kohleflöz befindet sich etwa 20 bis 30 Meter unter der Oberfläche. Anders als bei Vulkanen stammt die Hitze nicht aus Magma, sondern aus der langsamen Verbrennung der Kohleschicht. Sauerstoff gelangt durch Risse im Gestein zum Brandherd, während das umliegende Material als Isolator wirkt.

An der Oberfläche zeigen sich nur geringe Anzeichen des unterirdischen Feuers: leicht erwärmter Boden, schwefelhaltige Dämpfe, gebleichte Erde und Risse. Die Hitze hat in einigen Bereichen paralavas erzeugt – keramikartige Gesteine, die durch intensive Hitzeeinwirkung entstehen. Eine Studie aus dem Jahr 2026 in Communications Earth & Environment untersuchte diese mineralischen Veränderungen.

Historische Dokumentation und kulturelle Bedeutung

Die ersten europäischen Siedler dokumentierten das Phänomen 1828 und hielten es zunächst für vulkanische Aktivität. Der Geistliche Charles Pleydell Neale Wilton erkannte 1829 die wahre Natur des brennenden Kohleflözes. Allerdings war der Ort den Aborigines vom Stamm der Wanaruah bereits lange vor der europäischen Besiedlung bekannt.

Die geschätzte Brenndauer von 5.500 bis 6.000 Jahren basiert auf der gemessenen Ausbreitungsgeschwindigkeit und der Länge der bereits verbrannten Zone. Die tatsächliche Brenndauer könnte variieren, da Faktoren wie Kohlequalität, Sauerstoffzufuhr und Grundwasserstand die Ausbreitungsgeschwindigkeit beeinflussen.

  • Communications Earth & Environment (2026)
  • Project Gutenberg Australia (historische Dokumente)
  • Aboriginal History (Studie zur indigenen Kenntnis)
  • NSW National Parks and Wildlife Service