Das Raumfahrtunternehmen Sophia Space und das Leasingunternehmen SLI haben eine Finanzierungsvereinbarung über 300 Millionen Dollar abgeschlossen. Das Geld soll den Aufbau einer Konstellation aus zehn Satelliten für Hochleistungsrechnen im Orbit ermöglichen.
Details der Finanzierung und Technologie
Laut der Vereinbarung wird Sophia Space die Satelliten bauen, während SLI diese kauft und langfristig an Endnutzer vermietet. Die Finanzierung erfolgt in Raten, die an Entwicklungs- und Startmeilensteine geknüpft sind. Die endgültige Auszahlung hängt davon ab, ob das Netzwerk im Orbit die vereinbarten Leistungskriterien erfüllt.
Die Satelliten basieren auf der patentierten TILE-Technologie (Thermal Integrated LEO Edge) von Sophia Space. Jeder der zehn Satelliten verbindet sechs TILE-Module, die jeweils mit vier Nvidia-Jetson-Prozessoren ausgestattet sind. Insgesamt kommen so 240 Edge-Computing-Server im Orbit zum Einsatz.
Anwendungsbereiche und Marktpotenzial
Die Orbital-Computing-Konstellation soll Datenverarbeitung direkt im Weltraum ermöglichen. Ziel ist es, die wachsenden Datenmengen aus Erdbeobachtung, Wetteranalysen, Logistik und militärischer Aufklärung schneller auswerten zu können. Bislang müssen diese Daten oft erst zur Erde übertragen werden, was Zeit kostet und den Nutzwert mindert.
SLI sieht in dem Projekt einen neuen Ansatz für die Finanzierung von Raumfahrtprojekten. Das Unternehmen hatte bereits 2025 zwei AscendArc-Satelliten erworben und vermietet diese an Betreiber. Ein ähnliches Geschäft wurde im März 2026 mit ReOrbit abgeschlossen.
Der erste Start der neuen Konstellation ist für 2028 geplant. Sophia Space hat bereits weitere Partnerschaften mit Axiom Space, Armada und Kepler Communications für orbitale Rechenprojekte angekündigt. Im Juni 2026 schloss das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über sieben Millionen Dollar ab, wodurch sich das gesamte Kapital auf 22 Millionen Dollar belief.
- Quelle: GeekWire